Allianz: Mehr Auslands-Kranken­versicherungen durch EU-Erweiterung

11. Februar 2005, 15:34
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Vor allem in Polen und Tschechien "große Potenziale"

München/Dublin - Die Allianz sieht durch die EU- Osterweiterung einen wachsende Nachfrage nach Krankenversicherungs- Angeboten für im Ausland tätige Arbeitnehmer. Die Erweiterung schaffe eine Marktbelebung, sagte der Chef der Allianz-Tochter Allianz Worldwide Care Ltd, Ron Buchan, der dpa in Dublin. "Wir haben derzeit 55.000 Mitglieder und rechnen mit rund 250.000 in zehn Jahren." Vor allem Polen und Tschechien als derzeit wirtschaftsstärkste der neuen EU-Länder hätten große Potenziale.

Das seit dem Jahr 2000 tätige Unternehmen schließt vor allem mit großen europäischen Firmen Versicherungsverträge für im Ausland tätige Mitarbeiter, so genannte Expatriates, ab. Viele deutsche Großkonzerne unterhielten solche Verträge mit dem Versicherer, sagte Buchan. Im vergangenen Jahr lagen die Beitragseinnahmen bei rund 65 Millionen Euro. Das Prämienvolumen werde in diesem Jahr voraussichtlich auf rund 70 Millionen und 2005 auf 85 bis 90 Millionen Euro steigen, erwartet Buchan.

Allianz Worldwide Care liegt nach eigenen Angaben im Geschäftsfeld Auslands-Krankenversicherung international auf dem zweiten Rang. Weltweit geht das Unternehmen von rund 30 Millionen Expatriates aus. Rund eine Million davon kämen derzeit als potenzielle Kunden in Frage. "Das ist aber ein Nischenmarkt", räumte Buchan ein. Größte Märkte mit Blick auf die Zahl der mit Unternehmen abgeschlossenen Verträge seien Großbritannien und Deutschland.

Die meisten Versicherten betreut Allianz Worldwide Care in den USA. Dort sei der Markt zugleich am schwierigsten, sagte Buchan. Das amerikanische Gesundheitswesen biete eine breite Palette an Gesundheitsleistungen, die teils in ihrer Qualität schwer einschätzbar oder sehr teuer seien. "Wir müssen versuchen, die Kosten niedrig zu halten." Weltweit und vor allem in den USA unterhält der Versicherer ein Netz von Experten, die Anbieter auswählen und einzelne Gesundheitsleistungen bewerten. (APA/dpa)

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