Zauber des Grals

1. Juli 2004, 23:29
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Zu "Parsifal - Indiana Jones und Richard Wagner" begibt sich Werner Boote auf Indiziensuche nach dem Gral

"Um es kurz zu machen: Ich habe den Heiligen Gral entdeckt", behauptete der Historiker und Schriftsteller Michael Hesemann in seinem Buch "Die Entdeckung des Heiligen Grals" 2003.

"Nur einen?", könnte Regisseur Werner Boote nach seinen Recherchen zum Film "Parsifal - Indiana Jones und Richard Wagner" entgegnen: Er hat allein in der Wiener Staatsoper zwei gefunden. Einen großen, prunkvollen, der sogar leuchten kann und den aktuellen. Den Christine Mielitz für ihre "Parsifal"-Inszenierung wählte, ein schlichtes tönernes Schälchen. "Entmystifizierung", nennt man das, unter Kritikern kam es weniger gut an.

Boote leistet der Wiener Staatsoper einen weiteren Bärendienst: Schon beim "Fliegenden Holländer" - damals ebenfalls aus Anlass einer Staatsopernproduktion - suchte er zum Opernthema einen spannenden Nebenschauplatz. Und fand ihn in Gestalt eines ruhelosen Weltumseglers, eingeschlossen im arktischen Eis. Zu "Parsifal" begibt er sich nun auf Indiziensuche nach dem Gral. Wieder verschränkt er die Handlungsstränge: eine Reise quer durchs Pyrenäenvorland bis nach Valencia, dazu Wagners Oper mit Johan Botha und Thomas Quasthoff.

Schön auch, dass der ORF nun endlich das Potenzial der Reihe erkennt: Der Sendeplatz, Pfingstmontag 22.45 Uhr (ORF 2) geht in Ordnung. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 29./30./31.5.2004))

  • Szene aus der "Parsifal"-Inszenierung von Christine Mielitz.
    foto: orf

    Szene aus der "Parsifal"-Inszenierung von Christine Mielitz.

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