Hohe Ölpreise stoppen US-Geländewagen-Boom

7. Juni 2004, 17:12
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US-Autohandel zu massiven Rabatten gezwungen - Ford plant bereits Produktions­pause - Kein Rabatt auf österreichischen BMW X3

New York - Die hohen Öl- und Treibstoffpreise scheinen den Geländewagen-Bomm in den USA vorerst gestoppt zu haben. In dem bisher lukrativste Segment des amerikanischen Autogeschäfts sind die Händlern in den ersten Monaten zu massiven Preisnachlässen gezwungen worden. Die teuren, benzinfressenden Straßenkreuzer lassen sich nur noch mit fetten Rabatten oder sonstigen Anreizen an den Kunden bringen.

Nach einer Mitteilung des Branchenforschungsinstituts J.D. Power & Associates sind Rabatte auf so genannten Sportnutzfahrzeugen oder SUVs (sport utility vehicle) im zweiten Quartal gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 17 Prozent auf 2.910 Dollar (2.392 Euro) pro Fahrzeug gestiegen. Luxus-SUVs, wie der Cadillac Escalade von General Motors Corp (GM) oder der Lincoln Navigator (Ford Motor Co) bietet der Handel inzwischen mit doppelt so hohen Rabatten an, Bar-Rabatte bei großräumigen Jeeps sind um 26 Prozent gestiegen.

Nachfragewachstum offenbar eingebremst

Trotzdem hat sich Nachfragewachstum entgegen den Mitteilung von GM, Ford und DaimlerChrysler offenbar eingebremst. GM sagt zwar für Mai sogar einen Rekordabsatz von 100.000 Fahrzeugen voraus. Die Halden unverkaufter Geländefahrzeuge werden aber immer größer. Ende April reichte das Inventar mehr als 100 Tage, während in einem gesunden Automarkt 65 Tage als die Norm gelten.

Bisher haben die Hersteller die Produktion noch nicht zurückgefahren. Das könnte jedoch kommen, wenn die in der kommenden Woche fälligen Verkaufszahlen für Mai einen Absatz unter den Erwartungen belegen sollten. Nach Informationen der Gewerkschaft United Auto Workers plant Ford im Sommer in mehreren Jeep-Werken drei bis vier Wochen die Fließbänder abzuschalten im Vergleich zu zwei Wochen im vergangenen Sommer.

Keine Rabatte bei Mercedes und BMW

Bis dahin versucht der Handel, die Verkäufe zu maximieren. In den Bundesstaaten Texas und Oklahoma bieten Händler am kommenden Memorial-Day-Wochenende für Navigator-Modelle außer Rabatten sogar Frei-Benzin im Wert von 500 Dollar an. Voraussetzung ist, der Kunde muss den Kauf bei der Ford-eigenen Bank Ford Credit finanzieren.

Keine Rabatte gibt es lediglich bei Mercedes und BMW. BMW verkauft in den USA das in Österreich gefertigte X3-Modell und den X5, der im US-Staat Süd-Karolina gebaut wird.(APA)

  • In den USA lassen sich die teuren, benzinfressenden Straßenkreuzer nur
noch mit fetten Rabatten oder sonstigen Anreizen an den Kunden
bringen.
    foto: ford

    In den USA lassen sich die teuren, benzinfressenden Straßenkreuzer nur noch mit fetten Rabatten oder sonstigen Anreizen an den Kunden bringen.

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