Anleger spielen mit Nasdaq seit Monaten Ping Pong

1. Juli 2004, 11:24

Wer auf einen Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung hofft, muss beten

Seit unserer letzten Analyse Anfang April hat sich beim Nasdaq 100 wenig geändert. Die Anleger spielen mit dem amerikanischen Wachstumsindex schon seit geraumer Zeit ein- und dasselbe Spiel, nämlich Ping Pong. Die Spielregeln sind denkbar einfach: Im Bereich von 1500 Zählern bekommt der Index eines über die Rübe, sobald er dann bei 1370 angelangt ist, wird er wieder fleissig nach oben gekauft. In summa summarum ergibt das natürlich eine Seitwärtsphase. Wird der aktuelle Schuss übers Ziel hinausgehen?

Konsolidierung mit Rückendeckung bei 1370

Der Index befindet sich in einer charttechnisch verzwickten Situation. Im Jänner hat der Nasdaq 100 Index bei 1560 Punkten ein neues Zwei-Jahres-Hoch markiert. Seitdem stehen die Zeichen auf Konsolidierung. Zwar gibt es wie bereits erwähnt immer wieder kurze Rebounds, letzten Endes hat sich seit Jänner aufgrund der immer tieferen Hochs aber eine kurzfristige Abwärtstrendlinie etabliert. Diese liegt derzeit bei cirka 1480 Punkten. Bewirkt die Trendlinie auch diesmal eine Umkehr, so ist erneut mit einem Rückgang in Richtung der Unterstützungsbastion bei 1350 bis 1370 Punkten zu rechnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass der Index dort wieder eine starke Rückendeckung vorfindet.

Wird die Widerstandszone diesmal überwunden?

Betrachten wir daher das Aufwärtsszenario: Bei 1480 wartet schon die erste Hürde, danach befinden sich bei 1500, bei 1508, bei 1525 und bei 1560 Punkten weitere Widerstände. Die Aussichten sind somit nicht gerade berauschend. Hoffnung gibt diesmal allerdings die zuvor erwähnte Abwärtstrendlinie: Betrachtet man diese als obere Begrenzungslinie eines abfallenden Dreiecks und kommt es zu einem Ausbruch nach oben, ergibt sich ein rechnerisches Kursziel von zumindest 1560 bzw. maximal sogar 1660 Punkten. Angesichts der vielen Widerstände sollte man Haus und Hof für dieses Szenario lieber nicht verwetten.

Indikatoren sind noch positiv gestimmt

Die Markttechnik ist nach dem Anstieg der letzten Tage jedenfalls kurzfristig bullish. So ist zum Beispiel der MACD bereits long, das Directional Movement System wird demnächst ebenfalls ein Kaufsignal generieren. Die Stochastik ist jedoch bereits überkauft. Dies deutet darauf hin, dass das Rückschlagspotenzial zunimmt.

Strategie

Wer kein unnötiges Risiko eingehen will, wird demnächst wohl eine Gewinnmitnahme durchführen. Wer diesmal jedoch auf eine Fortsetzung des Rebounds setzen möchte, könnte die Position noch behalten und das Stop-Loss zunächst nahe heran- und danach knapp hinterherziehen. Neue Long-Positionen können nach wie vor im Bereich der Unterstützungszone eröffnet werden. Für diesen Trade wie auch für Langfrist-Investoren eignet sich die Unterstützungszone auch gut als Stop-Loss-Wert.

(Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations Service Chartanalyst

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