Der deutsche Leitindex im Wechselbad der Gefühle

1. Juli 2004, 11:24

Die Anleger hoffen noch immer auf eine Richtungsentscheidung

Wie dem aufmerksamen Leser sicherlich nicht entgangen ist, hat sich unser letzter Hinweis, zwischen 3800 und 3700 Punkten eine spekulative Long-Position zu eröffnen, als heisser Tipp erwiesen. Der DAX setzte seine Seitwärtsbewegung fort, rutschte im Mai dabei bis auf 3710 Indexpunkte und bestätigte mit diesem Tief den seit März vergangenen Jahres gültigen, langfristigen Aufwärtstrend, um danach wieder um 200 Zähler auf über 3900 Punkte zuzulegen.

Kräftemessen zwischen Bullen und Bären

Der Index steht nun nach Erreichen des Widerstands bei 3926 vor einer Zerreissprobe. Hier wird es spannend: Konnten die Bullen im Verlauf der viermonatigen Seitwärtsbewegung genug Kräfte sammeln, um den DAX vorerst über diese Widerstandszone bei 3926 zu heben oder haben die Bären das Ruder fest in der Hand und drücken die Kurse wieder unter diese Zone? Bei weiter sinkenden Kursen erwartet uns nur 100 Punkte darunter eine steile, langfristige Trendlinie, die dem DAX wieder Unterstützung geben würde. Bei steigenden Kursen hat der Index wieder Luft bis zu seinem Jahreshoch bei 4175 Indexpunkten.

Das Indikatorenset gibt Hoffnung

Bei einem Blick auf die Indikatoren lässt sich ein durchaus positives Bild der Marktverfassung feststellen. Die Stochastik als Trendumkehrindikator hat uns schon vergangene Woche zum Tief bei 3710 Punkten ein Einstiegssignal generiert, und auch der MACD gab uns im Verlauf der vergangenen Woche ein Signal für eine Long-Position.

Charttechnisches Fazit

Es bleibt spannend beim deutschen Leitindex: Die Chancen stehen gut, dass der Widerstand bei 3926 Punkten nach oben durchbrochen werden kann und der Weg in Richtung 4175 Punkte wieder frei wird. Somit ergibt sich nach dem nachhaltigen Überschreiten dieser Zone eine interessante Long-Trading Situation. Es ist zu erwarten, dass die psychologisch wichtige 4000 Punkte-Marke noch einen Widerstand darstellen wird, wenngleich dieser als nicht so schwerwiegend wie die Marke von 3926 Punkten beurteilt werden kann. Schaffen es die Bullen, die Kurse daraufhin über die 4175 Punkte zu heben, so steht einem weiteren Kursanstieg und einer Fortsetzung des Aufwärtstrends nichts mehr im Wege.

(Christian Kroboth und Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations Service Chartanalyst

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