ATX: Zuerst Korrektur, dann Rebound - Was kommt jetzt?

1. Juli 2004, 11:24

Der Wiener Leitindex wird schon bald eine Entscheidung treffen

Nicht zu unrecht haben wir uns Anfang Mai gefragt, ob die Euphorie beim ATX noch intakt ist: Der Wiener Leitindex brach kurz darauf in sich zusammen und büsste binnen weniger Handelstage mehr als 10 Prozent ein. Durch das Nachziehen des Stop-Loss konnten unsere Leser ihre Gewinne aber auf hohem Niveau absichern. Der Absturz des ATX wurde schliesslich exakt an der schon mehrmals kommunizierten Unterstützung bei 1750 Punkten aufgefangen. Danach kam es erwartungsgemäss zu einem Rebound. Der von uns empfohlene Long-Trade hat sich somit ebenfalls ausgezahlt. Jetzt muss sich der ATX aber erst einmal entscheiden, wie es weitergehen soll.

Nach wie vor starke Rückendeckung bei 1750

Der steile, kurzfristige Aufwärtstrend, für dessen Trendlinie wir zuletzt gerne eine Bestätigung gesehen hätten, wurde mit aller Deutlichkeit bei cirka 1890 Punkten gebrochen. Dies war der entscheidende Auslöser für die Talfahrt, die den Index bis zur Unterstützung bei 1750 Punkten führte. Nach der dortigen Umkehr gilt diese Marke einmal mehr als bestätigt. Sollte es der ATX nicht über den Widerstand bei 1865, welcher zuletzt bereits Wirkung gezeigt hat, schaffen, wird 1750 in der nächsten Zeit die zentrale untere Marke bleiben. Wenn 1750 jedoch gebrochen wird, sollte man den ATX besser wieder sich selbst überlassen, dadurch könnte sich nämlich eine gigantische Kopf-Schulter-Formation zusammenbrauen. Wichtige Unterstützungen liegen noch bei 1690 und knapp über 1600 Punkten, wo auch der nach wie vor intakte mittelfristige Aufwärtstrend liegt. Solange 1750 hält, braucht man sich diesbezüglich aber keine grauen Haare wachsen lassen.

Ab 1865 Punkten wird wieder 2000 angepeilt

Wie sieht es nun mit dem Aufwärtspotenzial aus? Das Augenmerk gilt hier zunächst dem Widerstand bei 1865, welcher den Rebound noch abwürgen könnte. Wenn diese Hürde ausgeräumt wird, kann der ATX schon bald wieder über das Niveau von 1900 Punkten klettern. Spätestens bei der psychologisch wichtigen Marke von 2000 Punkten muss man erneut Schwierigkeiten einkalkulieren.

Markttechnik könnte sich weiter aufhellen

Markttechnisch gesehen handelt es sich bei der Erholung der vergangenen Tage um einen Rebound zum 20-Tages Moving Average, welcher aktuell bei 1858 Punkten liegt. Das obere Bollinger Band befindet sich derzeit bei 1980 Punkten. Das eher träge Directional Movement System ist beim ATX noch short, interessant ist aber der MACD, welcher schon bald ein Kaufsignal generieren könnte. Die Stochastik ist ebenfalls long, grundsätzlich wäre bei diesem Indikator noch genug Platz nach oben vorhanden.

Strategie

Angesichts des Widerstands könnte man den kurzfristigen Stop jetzt näher heranziehen. Nach dem Überwinden der Hürde wäre erneut ein abgesicherter Trade denkbar. Wer aus längerfristiger Perspektive beim ATX noch investiert ist, belässt das Stop-Loss weiterhin im Bereich der Unterstützung bei 1750 Punkten. Dort könnte man spekulativ auch neue Long-Positionen eingehen.

(Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations Service Chartanalyst

  • Artikelbild
Share if you care.