One garantiert gekündigten Mitarbeitern längere Übergangsfristen

9. Juni 2004, 10:57
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Sozialplan und Härtefonds sollen bis zu sechs Monate gelten - Weniger UMTS - Fokus auf Geschäftskunden

Der drittgrößte österreichische Mobilfunkbetreiber One wird für seine zur Kündigung anstehenden Mitarbeiter im Rahmen eines Sozialplanes die durchschnittliche Kündigungsdauer von zwei auf rund fünf Monate verlängern, erklärte Donnerstag Abend One-Chef Jorgen Bang-Jensen vor Journalisten. In den Genuss des mit dem Betriebsrat vereinbarten Plans kommen demnach rund 170 der 225 betroffenen Mitarbeiter. Die restlichen Gekündigten seien anderweitig sozial abgesichert.

Härtefonds

Zusätzlich soll es noch einen Härtefond geben, der für besondere Fälle die Kündigungsfrist bis auf sechs Monate verlängern soll. Bestückt wird der Fonds durch einen teilweisen Gehaltsverzicht des Managements. "Das Top-Management verzichtet zwei Monate auf 50 Prozent des Gehaltes, der Rest ein Monat", so Bang-Jensen.

Blaue Briefe

Am Freitag sollen die Mitarbeiter informiert werden, die ihren Platz räumen müssen. Die Ankündigung des Mitarbeiterabbaus erfolgte am 12. Mai 2004.

In Zukunft will One weniger Projekte angehen, insbesondere bei der nächsten Mobilfunkgeneration UMTS und bei internen Vorhaben, die nun einige Jahre nach dem Marktstart nicht mehr notwendig seien. Die ursprünglichen UMTS-Pläne wurden drastisch zurückgefahren. Von den früher anvisierten 75.000 Kunden bis Jahresende 2004 sollen es nun gut 20.000 werden. Die EDV-Abwicklung soll künftig verstärkt über Partner stattfinden.

"Das hat es im Jahr 2002 auch geheißen, und wir sind immer noch da."

One will sich dafür intensiver den umsatzstarken Geschäftskunden und dem Bereich Datendienste widmen. Branchengerüchte, wonach One mit dem Mitarbeiterabbau die Bilanz für einen Verkauf verbessern möchte, wies Bang-Jensen mit einem Schmunzeln zurück. "Das hat es im Jahr 2002 auch geheißen, und wir sind immer noch da. Da ist nichts dran, wir verkaufen nicht", so der gebürtige Däne.

Neues Management

Fest steht nun auch das künftige One-Management: Bang-Jensen wird Leiter der Geschäftsleitung, Marketing-Chef wird Christian Riener (neu besetzt), für Vertrieb und Shopbetreuung zeichnet Christian Czech (zuvor hatte er auch den Marketing-Bereich über) verantwortlich, um die Finanzen kümmert sich – wie bisher – Christian Schrötter und Technik-Boss ist künftig Peter Pedirsin (neu besetzt).

"Zu viele Marktteilnehmer führen zu einem Preiskampf und der Preiskampf führt zu Mitarbeiterabbau"

Bang-Jensen betonte, dass für den Mitarbeiterabbau die Tarifschlacht und nicht – wie von Mitbewerbern behauptet – die hohen Zusammenschaltungsgebühren an tele.ring verantwortlich seien. "Zu viele Marktteilnehmer führen zu einem Preiskampf und der Preiskampf führt zu Mitarbeiterabbau", so der One-Chef.

Ärger

tele.ring-Boss Michael Krammer hatte sich am Donnerstag im APA-Gespräch verärgert darüber gezeigt, dass die Mitbewerber den Personalabbau im Mobilfunksektor unter anderem auf die hohen Zusammenschaltungsgebühren, die an tele.ring zu zahlen seien, zurück führen. Dies und ein ungerechtfertigter Vorteil durch höhere Gebühren entspreche schlicht nicht den Tatsachen. Die Zusammenschaltungsentgelte muss ein Betreiber einem Mitbewerber zahlen, wenn er ein Telefonat in das Netz des Konkurrenten übergibt. (APA)

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