Kika startet "Hofer des Möbelhandels"

9. Juni 2004, 16:02
15 Postings

Möbelhandelskonzern will zehn bis 15 neue Diskontmärkte unter dem Namen "Möbel-Lager" in Österreich aufstellen: Billigstware zum Mitnehmen ohne viel Verkaufspersonal

Wien/Krems – Hofer, die Österreich-Tochter des deutschen Diskontriesens Aldi, ist längst zu einem Gattungsnamen geworden: Nicht anders ist es zu erklären, dass die Kika-Leiner- Gruppe wie selbstverständlich in den Presseunterlagen zur neuen Schiene Möbel-Lager erklärt, man wolle "den neuen Hofer des Möbelhandels" etablieren. Der Hard- Discount-Anteil im Lebensmittelhandel ist bereits relativ hoch und liegt laut Fessel-GfK bei knapp 20 Prozent. Hofer und der direkte Konkurrent Lidl stellen einen Markt nach dem anderen auf, Rewe Austria färbt Mondo auf die internationale Marke Penny um.

Dekorationen sind unnötig

Im Möbelhandel sind ähnliche Trends zu beobachten. Ikea expandiert, ebenso Kika- Leiner-Konkurrent Lutz mit seiner Schiene Möbelix. Das Möbel-Lager-Konzept sieht nun Folgendes vor: Die Verkaufsfläche wird auf 2000 Quadratmeter beschränkt, eingemietet ist man in billigen Lagerhäusern oder anderen günstigen Objekten. Das Warensortiment beschränkt sich auf die Holzsorten Kiefer, Fichte und Buche. Pro Markt gibt es nicht mehr als drei Verkäufer. Dekorationen sind unnötig. Das Sortiment beschränkt sich auf 3000 Artikel, garniert mit superbilligen Restposten, die dazupassen – etwa ein CD-Player um 19,90 Euro. Alles ist auf Lager, sofort zum mitnehmen, Bestellen ist nicht möglich. Für die Logistik wurde ein eigenes Lager in Herzogenburg errichtet.

Preisunterschied von mindestens zehn Prozent

Kika-Geschäftsführer Ewald Repnik sagt zum Preisniveau bei der Vorstellung von Möbel-Lager am Donnerstag: "Die Vorgabe im Diskont ist, dass ein Preisunterschied von mindestens zehn Prozent vom Kunden wahrgenommen werden muss." Der projektverantwortliche Geschäftsführer Ernst Lehner ist in Sachen Preis aber gleich mit einem Extrembeispiel zur Hand: "Ein Nachttischkästchen um 9,99 Euro."

Am 11. Juni wird der erste Markt in Krems an der Donau eröffnet. Binnen drei Jahren soll das Netz auf bis zu 15 Standorte erweitert werden. Der nächste folgt im Norden von Graz. Ab 2005 soll das Konzept nach Osteuropa ausgerollt werden, der erste Standort soll in Budapest liegen, so Repnik. In Osteuropa hofft der Konzern, mit der Billigschiene dort punkten zu können, wo die Kika-Ware noch zu teuer ist.

Pro Standort werden 250.000 bis 300.000 Euro investiert, gesucht werden vor allem günstige Mietobjekte.(Leo Szemeliker, Der Standard, Printausgabe, 28.05.2004)

  • Spartanische Einrichtung, um möglichst billig zu bleiben: Das Möbel-Lager verzichtet auf Dekorationen aller Art. Personal wird auch nur wenig zu sehen sein.
    foto: kika/leiner

    Spartanische Einrichtung, um möglichst billig zu bleiben: Das Möbel-Lager verzichtet auf Dekorationen aller Art. Personal wird auch nur wenig zu sehen sein.

Share if you care.