WWF-Aktion im Kampf gegen Urwaldzerstörung

2. Juni 2004, 12:25
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600 Quadratmeter Stoff im Ernst-Happel-Stadion entrollt - Gütesiegel-Beachtung und Waldmanagement gefragt

Wien - 600 Quadratmeter Stoff gegen die weltweite Zerstörung des Urwalds: Mit dieser Aktion wollte der World Wide Fund for Nature (WWF) am Donnerstag im Wiener Ernst-Happel-Stadion darauf aufmerksam machen, dass alle zwei Sekunden auf der Welt ein Waldstück in der Größe eines Fußballfeldes stirbt.

Mit Unterstützung von 40 Wiener Volksschulkindern rollten die Umweltschützer Stoffbahnen aus, die 24 Meter hoch und 27 Meter breit waren. Darauf zu sehen war das Symbol des weltweiten Holzgütesiegels FSC (Forest Stewardship Council).

"Mit FSC wird dieser maßlosen Zerstörung Einhalt geboten. Uns ist es ein Anliegen, dass wir alle beim Kauf von Holzprodukten darauf achten, woher der Rohstoff Holz ursprünglich stammt", sagte Susanne Grof, Leiterin des WWF-Urwaldteams. Sie forderte die Verbraucher auf, auf das FSC-Gütesiegel mit dem kleinen stilisierten Bäumchen zu achten.

Waldmanagement gefragt

Laut WWF verschwinden jährlich 14 bis 16 Millionen Hektar Wald - das entspreche fast der doppelten Größe von Österreich. "Ein Boykott von Tropenholzprodukten kann hier allerdings nicht die Lösung sein, da zu viele Menschen, allen voran zahlreiche indigene Völker, von der Waldwirtschaft abhängig sind.

Vielmehr ist hier der Einsatz eines Waldmanagements gefragt, das einerseits eine umweltgerechte und sozial verträgliche aber auch wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Urwälder vorschreibt", so Marc-Alexander Groß, Waldexperte des WWF. Das FSC-Gütesiegel ist der Umweltschutzorganisation zufolge das einzige international gültige und für Konsumenten glaubwürdige Zeichen für Produkte aus nachhaltiger Waldwirtschaft. (APA)

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    foto: kurt.prinz/wwf
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