Im Kampf gegen Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

2. Juni 2004, 12:34
posten

EU-gefördertes Netzwerk gegründet - für Gefäßerkrankungen verantwortliche Mechanismen im Mittelpunkt der Forschung

Wien/Innsbruck - Am erst vor kurzem gestarteten "European Vascular Genomics Network" (EVGN), das erste "Network of Excellence" auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen, das von der Europäischen Union gefördert wird, sind das Institut für Pathophysiologie der Medizinischen Universität Innsbruck, das Institut für Gefäßbiologie der Medizinischen Universität Wien sowie die Firma Technoclone GmbH (Wien) Teilnehmer.

Insgesamt wird die entsprechende Forschungsarbeit von 25 Instituten aus dem Bereich der Grundlagen- und klinischen Forschung (35 akademische Gruppen), zwei Biotechnologiefirmen und eine Verwaltungsgesellschaft aus zehn EU-Mitgliedstaaten gefördert. EVGN ist eines jener "Networks of Excellence", die im Zuge des 6. Rahmenprogrammes "Wissenschaft, Genomik und Biotechnologie für die Gesundheit" von der europäischen Union gefördert wurden, mit den Ziel die europäische Forschung zu integrieren und zu stärken.

Gesamtbudget

EVGN hat ein Gesamtbudget von knapp 60 Mio. Euro, wobei neun Millionen Euro über eine Zeit von fünf Jahren von der Europäischen Union bewilligt wurden. Der Schwerpunkt der Forschung des EVGN liegt auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen. Erforscht werden sollen vor allem Mechanismen, die für Gefäßerkrankungen verantwortlich sind. Dies erfolgt auf genetischer Ebene und auf der Ebene der Untersuchung von Proteinen.

EVGN wurde am 1. Jänner 2004 ins Leben gerufen, um eine Schnittstelle zwischen Grundlagen- und klinischen Forschern zu bilden und die Verbreitung von Wissen auf dem Gebiet der Gefäßbiologie zu fördern und zu beschleunigen und so Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen zu verbessern. Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen sind mit mehr als fünf Millionen jährlichen Todesfällen derzeit die führende Todesursache in Europa. Die Hälfte aller Todesfälle in Europa resultiert aus Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen. Herzinfarkte und Schlaganfälle, die überwiegend auf Atherosklerose (fetthaltige Gefäßablagerungen in Arterien) zurückzuführen sind, machen 80 Prozent der Todesfälle auf Grund von Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen aus.

Leitung

EVGN wird von einem Konsortium geleitet, das aus 15 führenden europäischen Wissenschaftern auf dem Gebiet der Gefäßbiologie besteht und von Dr. Alain Tedgui (Inserm/Paris) koordiniert wird. Die wichtigsten Schwerpunkte des Programms:

  • Störungen der Funktion der Endothelzellen, welche die Blutgefäße innen auskleiden.

  • Instabilität von atherosklerotischen Ablagerungen, die die Hauptursache für die Bildung von arteriellen Thrombosen (Blutgerinnsel) ist und zum Verschluss von Herzkranzgefäßen und Herzinfarkten führt.

  • "Therapeutische Angiogenese" öffnet neue Wege in der Behandlung von Herzkrankheiten, indem sie die Versorgung des Herzens mit Sauerstoff verbessert und Herzversagen vermindert. Hier soll die Neubildung von Blutgefäßen im Herzen angeregt werden.

    Forschung in Österreich

    Die österreichischen Partner sind das Institut für Gefäßbiologie der Med-Uni Wien unter Univ.-Prof. Dr. Bernd Binder, das Institut für Pathophysiologie der Med-Uni Innsbruck unter Univ.-Prof. Dr. Georg Wick sowie die Wiener Biotech-Firma Technoclone. Binder: "Wir beschäftigen uns mit Mechanismen, die zu akuten Thrombosen führen. Die Gruppe in Innsbruck forscht die Genexpressionsmuster bei der Atherosklerose und Technoclone sucht nach neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. (APA)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Arteriosklerose (im Bild im Kranzgefäß) ist eine Veränderung der Blutgefäße, die über viele Jahre entsteht und zunächst unerkannt verläuft. Die Gefäßwände lagern Fett ein, verkalken, verlieren ihre Elastizität und der Gefäßdurchmesser verengt sich zunehmend. Das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen.

    Share if you care.