Symbol für geschlagene Frauen

8. Juli 2004, 11:38
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Prozess um Tod von Marie Trintignant wird neu aufgerollt

Paris - Fast ein Jahr nach dem Tod der französischen Schauspielerin Marie Trintignant nach einer Eifersuchtsszene mit ihrem Freund Bertrand Cantat soll das Drama von Vilnius neu aufgerollt werden. Wie es am Mittwoch in Paris hieß, setzte das Berufungsgericht der litauischen Hauptstadt einen neuen Prozess ab dem 30. Juni an.

Ob es tatsächlich dazu kommen wird, galt zunächst als unklar: Sowohl Cantat als auch die Familie Trintignant wollten den Angaben zufolge eigentlich nicht, dass die Affäre in einer neuen Hauptverhandlung öffentlich beraten wird. Möglicherweise würden die Anwälte beider Seiten ihre Berufungsanträge gleichzeitig zurückziehen.

Eingeständnis

Der inzwischen 40-jährige Cantat war am 29. März in erster Instanz zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Sänger der Rockband Noir Desir seiner 41-jährigen Geliebten in der Nacht zum 27. Juli 2003 in einem Hotel in Vilnius vier tödliche Schläge versetzt hatte.

Cantat hatte die Schläge gestanden. Allerdings habe er Trintignant nicht töten wollen und die Gefahr nicht erkannt, dass sie an den schweren Verletzungen sterben könnte, sagte Cantat, der ihre Angehörigen flehentlich um Vergebung bat. Trintignant gilt inzwischen in Frankreich als Symbol für zehntausende geschlagene Frauen. (APA)

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