Kuntzl: In Wahrheit "kein Rechtsanspruch"

8. Juli 2004, 21:02
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SPÖ stimmt Elternteilzeit "schweren Herzens" zu

Wien - Bei dem Rechtsanspruch auf Teilzeit für Eltern von Kindern bis zum Schuleintritt handle es sich "um einen kleinen Schritt, aber um einen Schritt in die richtige Richtung", stellte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Mittwoch im Nationalrat klar.

Die SPÖ stimme dem Antrag dennoch zu, werde aber noch einen umfassenden Abänderungsantrag einbringen, so Kuntzl weiter. Bezüglich des Vaterschutzmonats betonte Kuntzl, dass es darum gehe, den Vätern die Möglichkeit zu geben, das erste Monat nach der Geburt des Kindes freigestellt zu bekommen, um in dieser "sehr wichtigen Lebensphase" eine Beziehung zum Kind aufbauen zu können.

Bei dem Rechtsanpruch auf Teilzeit könne von keinem "Rechtsanspruch" gesprochen werden, da "nach wie vor die Zustimmung des Arbeitgebers eingeholt werden muss", kritisierte Kuntzl. Zudem könnten durch die verschiedenen Bestimmungen - dieStandard.at berichtete - die zu beachten seien, nur wenige den Anspruch auf Teilzeit in Anspruch nehmen, so Kuntzl weiter.

Fehlende Rahmenbedingungen

Es würden zudem entscheidende Rahmenbedingungen fehlen, um diesen Rechtsanspruch tatsächlich lebbar zu machen, bemängelte Kuntzl. So müsse etwa die Zuverdienstgrenze geändert werden und es würden auch nicht genügend Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung stehen. Grundsätzlich sei der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit jedoch ein wichtiger Schritt, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern und um auch die Väter mehr in die Verantwortung zu bringen, so Kuntzl weiter.

Bezüglich des Vaterschutzmonats betonte Kuntzl, dass dieser Monat so wichtig sei, da Väter gerade in dieser Zeit eine tiefe Beziehung zum Kind aufbauen könnten. Weiters könnte die Frau, die die "Hauptlast" zu tragen habe, unterstützt werden und der Vater könnte seine Rolle verantwortungsbewusst wahrnehmen. So könne eine partnerschaftliche Teilung zustande kommen und alte "Rollenmuster" würden nicht wieder gelebt werden, stellte Kuntzl abschließend klar. (red)

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