Mutter des Mädchens mit Essstörung brachte Tochter nur unregelmäßig zu den Arztterminen
Einige Tage dürfte die 17-Jährige Oberösterreicherin aus dem Bezirk Steyr-Land tot in ihrem Bett gelegen sein, bevor sie gefunden wurde. Sie litt an einer Essstörung und wog zuletzt nur noch 31 Kilo.
Das untergewichtiges 17-jähriges Mädchen ist
Montagabend im Bezirk Steyr-Land in Oberösterreich gestorben. Als
Todesursache stellten die medizinischen Sachverständigen bei einer
Dienstagnachmittag durchgeführten Obduktion allgemeines Organversagen
durch Unterernährung fest. Die Jugendliche hatte an
einer Essstörung gelitten, sagte der Leiter des zuständigen
Jugendamtes.
Die Kriminalabteilung der Gendarmerie hat im Zusammenhang mit dem
Fall Ermittlungen eingeleitet und wird ihren Bericht an die
Staatswaltschaft übermitteln. Das teilte ein Sprecher der Gendarmerie
mit.
Mutter soll Kontrolltermine nur teilweise wahrgenommen haben
Die Mutter soll im vergangenen Jahr Kontrolltermine nur teilweise
wahrgenommen haben, zuletzt habe das Mädchen nur 38 Kilo gewogen.
Eine Obduktion soll nun die eigentliche Ursache, die zum Tod der
17-Jährigen geführt hat, klären.
Gerichtlich angeordnete Behandlung
Ende des Jahres 2002 war das Jugendamt auf den Fall aufmerksam
geworden. Das Mädchen habe die Schule abgebrochen, sagte der Leiter.
Die Mutter sei aufgefordert worden, die Jugendliche einer ärztlichen
Behandlung zu unterziehen, alerdings hatte die Frau nur einige Termine wahrgenommen.
Schließlich sei bei Gericht eine Verfügung
beantragt worden, dass die 17-Jährige "gegen den Willen der Mutter
einer Behandlung zugeführt werde".
Gemeinsam mit einem Pflegschaftsrichter habe vor zwei Wochen ein
Lokalaugenschein am Wohnort stattgefunden. Dabei habe die Mutter
wieder zugestimmt, mit ihrer Tochter ein Krankenhaus aufzusuchen. Ein
fixer Termin sei aber noch nicht vereinbart gewesen, sagte der Leiter
des Jugendamtes. Bei dem Hausbesuch habe das Mädchen "besser
ausgeschaut als früher". Doch am späten Montagabend konnte die von
der Mutter verständigte Rettung nur mehr den Tod der 17-Jährigen
feststellen. (APA)