Leiden des jungen St.-B.

1. Juni 2004, 20:51
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Ein TV-Tagebuch zu den Lebensbeichten des Dichters, selbst ernanntem Popstar und Reporter Benjamin von Stuckrad-Barre

Unfassbar, was der Mann alles mitgemacht hat: "Ich lag eines Morgens auf dem Bett, weinte nur noch, zitterte am ganzen Körper und konnte schlichtweg nicht mehr aufstehen. Meine Flucht in die Krankheit wurde befeuert durch ein Gefühl des dauernden und aus allen Richtungen kommenden Angefeindetwerdens. Ich wurde ja vom ersten Buch an verrissen, wie es nicht normal ist."

So kürzlich im Spiegel der junge, wilde, laut FAZ von heftigem "Wirklichkeitshunger" getriebene Dichter, selbst ernannte Popstar und Reporter Benjamin von Stuckrad- Barre, der gegenwärtig dabei ist, ein neues Buch (Titel: Remix 2) zu promoten.

Dass auch dieses Buch verrissen wird, "wie es nicht normal ist", ist nicht zu hoffen, weil St.-B. jetzt nämlich einmal allen erzählt, wie sehr er gelitten hat. Erstens hatte er wegen der Verrisse Bulimie und Anorexie gleichzeitig. Zweitens musste er ganz viel Alkohol und Kokain zu sich nehmen. Drittens ging eine kurze, heftige Beziehung mit Anke Engelke flöten. Viertens: "Ich hatte plötzlich kein Privatleben mehr." Fünftens durfte also Udo Lindenberg dem jungen St.-B. das Leben retten und ihn zum Arzt begleiten. Sechstens musste St.-B. jetzt ganz unbedingt zum Talk bei Beckmann antreten, um noch einmal zu zeigen wie das ist: exkaputt sein, aber in aller Munde.

Wir glauben ja eigentlich immer noch, dass St.-B. alle an der Nase herumführt und in Wirklichkeit an einer Enthüllungsreportage arbeitet: Rescue me! Ansonsten: Echt nicht normal eigentlich, dieses Leiden am Beinahe-Ruhm ... (cp/DER STANDARD, Printausgabe, 26.5.2004)

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    foto: der standard
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