Gefährliche Nulldiät

7. Juli 2004, 16:50
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Essstörungen wie Magersucht und Bulimie sind bei Jugendlichen weiter auf dem Vormarsch. Das krankhafte Hungern kann tödlich sein.

Ein untergewichtiges 17-jähriges Mädchen ist am Montagabend im Bezirk Steyr-Land in Oberösterreich gestorben. Die Jugendliche hatte offensichtlich an einer Essstörung gelitten, so der Leiter des zuständigen Jugendamtes. Die Mutter soll im vergangenen Jahr Kontrolltermine nur teilweise wahrgenommen haben, zuletzt habe das Mädchen nur 38 Kilo gewogen. Eine Obduktion soll nun die eigentliche Ursache, die zum Tod der 17-Jährigen geführt haben, klären.

Bulimie und Anorexie

Nicht alle Fälle von Essstörungen verlaufen ähnlich dramatisch, aber gesundheitliche Schäden drohen in jedem Fall. Die PatientInnen empfinden ihren eigenen Körper als überdimensional, egal wie wenig sie wiegen. Neben dieser eher visuellen Wahrnehmungsstörung des eigenen Körpers reagieren die Patientinnen auch nicht auf andere Signale des Körpers wie Hunger, Schwäche oder Müdigkeit.

Nach Schätzungen von Prof. Andreas Karawauz, Leiter der Spezialambulanz für Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen am AKH-Wien, sind jährlich 80-140 Neuerkrankungen an Anorexie und 280 Neuerkrankungen an Bulimie bei jungen Frauen im engen pathologischen Sinn alleine in Wien zu verzeichnen.

Diät ohne Übergewicht

Laut einer repräsentativen Studie an 1.600 SchülerInnen, durchgeführt vom AKH und dem Ludwig Bolzmann Institut für Frauenforschung sind 2.078 Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren und 98 Burschen der klinischen oder subklinischen Risikogruppe von Bulimie und Anorexie zuzurechnen. Diese Zahlen bestätigen für Wien auch internationale Trends. Weiters gaben mehr als jedes 2. Mädchen und 1 von 10 Burschen an, schon einmal eine Diät gemacht zu haben, ohne dass ein Übergewicht vorlag.

Frauen mit Kurven

Gegen den ständigen Druck, sich Modelmaße, einen flachen Bauch und knackige Oberschenkel erkämpfen zu müssen, begehrt die kolumbianische Regisseurin Patricia Cardoso auf ihre Art auf. Denn "Echte Frauen haben Kurven", behauptet ihre gerade im Kino angelaufene Frauen-Komödie selbstbewusst und demonstriert mit ihrer Heldin Ana ein voluminöses Schönheitsideal, das dem magersüchtigen Zeitgeist eine lächelnde Absage erteilt. (az)

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    bild: nutrimobil
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