Linux verliert seine Unschuld

3. Juni 2004, 11:01
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Kernel-Patch-Prozess soll verändert werden - Künftig soll einfacher nachvollziehbar sein, wie welcher Codeteil im Linux Kernel gelandet ist

Geht es nach einem Vorschlag von Kernel Maintainer Linus Torvalds so soll der Prozess wie Patches in den Linux Kernel gelangen künftig entscheidend anders ablaufen. So schwebt ihm vor, dass alle EntwicklerInnen ihren Code in Zukunft signieren sollen.

Dokumentation

Einerseits würden die Änderungen so wesentlich einfacher nachvollziehbar, andererseits sollen die EntwicklerInnen auf diese Weise auch bestätigen, dass sie ihren Code unter eine Open Source Lizenz stellen und dieser auch frei von Ansprüchen Dritter ist.

Streitigkeiten

Diese Änderung ist auch eine Antwort auf den momentan schwelenden Rechtsstreit rund um die Behauptung SCOs, dass IBM rechtswidrig UNIX-Code in den Linux-Kernel eingebracht habe. So soll solchen Behauptungen gleich von Anfang an das Wasser abgegraben werden, meint Torvalds, mittlerweile sei zwar klar, dass die Vorwürfe SCOs aus der Luft gegriffen seien, allerdings habe diese einigen Rechercheaufwand bedeutet, mit dem neuen Modell könnte der entsprechende Beweis wesentlich flotter erfolgen.

Aufwachsen

Analysten sehen darin auch einen weiteren Schritt auf dem Weg des "Erwachsen werden" des Open Source Betriebssystems, so unschuldig wie in der Vergangenheit könne künftig in vielen Bereichen nicht mehr vorgegangen werden. Das neue Patch-Management sei insofern ein Schritt in die richtige Richtunge, so George Weiss von Gartner. (red)

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