Telekom Austria startet 2004 mit mehr Gewinn

3. Juni 2004, 10:22
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Gewinne im Mobilfunk steigen weiter - Festnetz-Umsätze nicht so stark gesunken wie befürchtet

Trotz des harten Preiskampf in der Telekommunikation ist Österreich größter Telefonanbieter, die Telekom Austria (TA), mit einem Gewinnsprung ins heurige Jahr gestartet. Dank eines weiteren Umsatzanstiegs im Mobilfunk und einer erfolgreichen Verlangsamung der Rückgänge im Festnetz hat die Telekom die Gesamterlöse im ersten Quartal 2004 um 2,4 Prozent auf knapp eine Mrd. Euro - exakt 989,4 Mio. Euro - gesteigert. Der Nettogewinn erhöhte sich im ersten Jahresviertel um 88,5 Prozent auf 70,7 Mio. Euro, teilte die TA Dienstag früh mit.

Über den Erwartungen

Sowohl Gewinn als auch Umsatz lagen damit über den Erwartungen der Analysten. Sie hatten für das erste Quartal im Schnitt 969 Mio. Euro Umsatz und 59 Mio. Euro Nettogewinn vorhergesagt. Ebenfalls über den Prognosen lag das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das sich um 2,7 Prozent auf 416,7 Mio. Euro verbesserte. Die Verbindlichkeiten hat die TA - dank des höheren Cash-Flows - im ersten Quartal von 2,637 Mrd. Euro (Stand 31.12.2003) auf 2,536 Mrd. Euro reduziert. Die Prognose der Telekom für das Gesamtjahr bleibt dennoch vorsichtig.

Besser

"Das Ergebnis für das erste Quartal zeigt eine kontinuierliche Verbesserung und untermauert den Ausblick für das Geschäftsjahr 2004", erklärte Generaldirektor Heinz Sundt am Dienstag in einer Aussendung. Wegen des immer härter werdenden Wettbewerbs im Mobilfunk und weiteren Kundenabgängen im Festnetz gehe die TA im Gesamtjahr aber von einer "eher flachen Entwicklung" aus. Der Umsatz soll demnach heuer um null bis ein Prozent steigen, das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um ein bis zwei Prozent. Lediglich das Nettoergebnis soll - dank weiterhin rückläufiger Abschreibungen - um "deutlich über zehn Prozent" anwachsen, hieß es.

Festnetz-Umsätze nicht so stark gesunken wie befürchtet

Die Festnetz-Umsätze der TA sind im ersten Quartal um 3,7 Prozent auf 535,2 Mio. Euro geschrumpft, dank höheren Erlösen aus den Grundgebühren und einem Anstieg der ADSL-Nutzer um mehr als 30.000 auf rund 290.000 Kunden seien die Rückgänge aber eingedämmt worden. Das Festnetz-EBITDA verringerte sich nach weiteren Kosteneinsparungen nur noch um ein Prozent auf 213,4 Mio. Euro. Mitarbeiter sind - nach Streichung von mehr als 1.000 Jobs im Vorjahr - in den ersten drei Monaten dieses Jahres vorerst aber keine mehr abgebaut worden. Das Betriebsergebnis im Festnetz konnte dank niedrigerer Abschreibungen auf 21,2 Mio. Euro fast verdoppelt werden.

Gewinne im Mobilfunk steigen weiter

Im Mobilfunk hat sich die Aufwärtsbewegung in Österreich zwar verlangsamt, die Umsätze stiegen aber dennoch um 8,3 Prozent auf 514,1 Mio. Euro an, das Betriebsergebnis um 8,6 Prozent auf 120,4 Mio. Euro. Die Inlandsumsätze der Mobilkom Austria erhöhten sich trotz der derzeitigen Preisschlacht sogar um 9,2 Prozent, der Umsatz pro Kunde stieg um 1,1 Prozent auf 35,6 Euro weiter an. Die Zahl der Kunden in Österreich ist gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,7 Prozent auf 3,17 Millionen gestiegen, die Marktanteile gingen im selben Zeitraum dennoch von 44,1 auf 42,9 Prozent zurück. Seit Jahresbeginn von 23,5 auf 23,1 Prozent geschrumpft ist erstmals auch der Marktanteil der Slowenien-Tochter Si.mobil, in Kroation stagnierte die Position mit 1,24 Mio. Kunden und 50,3 Prozent Marktanteil.

Expansionsschritte

Die TA schließt unterdessen weitere Akquisitionen in diesem Jahr nicht aus. In seiner Aussendung von heute, Dienstag, sprach das Unternehmen von "der Realisierung etwaiger Expansionsschritte". Zuletzt hatte Telekom-Generaldirektor Sundt vor allem das Interesse an einer mehrheitlichen Übernahme der bulgarischen MobilTel bekräftigt. Außerdem hat die TA auch ein Angebot für GSM-Handylizenzen im Oman gelegt. Ein Engagement in Saudiarabien wird geprüft. Möglich ist weiterhin auch ein Aktienrückkauf. Nächste Woche Donnerstag soll die Hauptversammlung (HV) aber ein bereits genehmigtes Rückkaufprogramm von bis zu 10 Prozent über das heurige Jahr hinaus zu einem Kurs zwischen 10,50 und 18 Euro verlängern. Analysten gehen davon aus, dass wegen der möglichen Akquisitionspläne das Aktienrückkaufprogramm verschoben werden könnte. (APA)

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