Geld-zurück-Garantie bei Feriendesaster

29. Oktober 2004, 13:43
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Wenn der Traumurlaub zu einem Albtraumaufenthalt mutiert - richtiges Reklamieren will gelernt sein ...

Für Tausende Österreicher wird auch heuer wieder der Traumurlaub zu einem Albtraumaufenthalt mutieren. Doch richtiges Reklamieren will gelernt sein, warnt die AK. Um frustrierende Ferien zu vermeiden, empfiehlt sich vor der Abreise ein Blick ins Internet.


Salzburg/Wien - Die "zweckmäßige Unterkunft in ruhiger Lage" stellt sich als Rohbau in der Mitte von nirgendwo heraus, das "geschmackvoll eingerichtete Studio" teilt man sich mit Schimmelpilzen und Kakerlaken. Und den im Katalog angepriesenen "nahe gelegenen Traumstrand" erreicht man erst nach der riskanten Überquerung der autobahnähnlich ausgebauten Hauptstraße.

Derartige unliebsame Überraschungen wird es auch heuer wieder geben, wenn in einem guten Monat die Hauptreisezeit beginnt. Alleine bei der Salzburger Arbeiterkammer (AK) treffen Jahr für Jahr rund 1000 Anfragen und Beschwerden verärgerter Urlauber ein, bilanzierten die Konsumentenschützer am Montag bei einer Pressekonferenz. In den Sommermonaten wollen sie daher auf dem Salzburger Flughafen Broschüren an Abfliegende verteilen und Tipps geben.

Schon bei der Anreise zur angeblich schönsten Zeit des Jahres kann es hapern: wenn etwa die Flüge überbucht oder verspätet sind. Erst ab dem kommenden Jahr treten die EU-weiten Regeln in Kraft, die die Entschädigung in diesen Fällen klar regeln. Auch Bahnfahrer müssen im heurigen Sommer Verspätungen noch ohne Ersatz hinnehmen (siehe Artikel links).

Hat man seine Wunschdestination erreicht, können dann die eingangs beschriebenen bösen Überraschungen blühen. Grundsätzlich appellieren die AK-Experten, Mängel sofort und vor Ort zu reklamieren. Dazu gehört auch das Ausfüllen eines Mängelformulars, das vom Hotelbesitzer oder der Reiseleitung unterzeichnet werden muss.

Vorteilhaft für die Reklamation ist es auch, die Missstände auf Foto oder Video zu dokumentieren sowie Telefonnummern mit etwaigen Zeugen auszutauschen. Wieder zu Hause muss dann die schriftliche Reklamation an den Reiseveranstalter folgen, in der alle Kritikpunkte aufgelistet sind. Mit Gutscheinen als Reaktion sollte man sich nicht abspeisen lassen: Konsumenten haben Anspruch auf Bargeld. Wie viel vom Reisepreis rückerstattet werden muss, lässt sich aus der so genannten Frankfurter Tabelle (siehe Grafik) abschätzen.

Schwarze Listen

Wer noch nicht gebucht hat oder auf Last-Minute-Angebote vertraut, kann sich vor frustrierenden Ferien auch durch einen Blick ins Internet schützen. Dort finden sich zahlreiche Seiten, auf denen Zurückgekehrte ihre Erlebnisse in Tausenden Hotels schildern. Auch eigene schwarze Listen gibt es, in denen der Erholungssuchende vor Urlaubsfallen, etwa beim Ausborgen eines Mietwagens, gewarnt wird. (DER STANDARD, Printausgabe vom 25.5.2004)

Von
Michael Möseneder

Links

holidaycheck.de

urlaubsreklamation.de

  • Frankfurter Liste - so viel Rabatt ist üblich
    quelle: vki, grafik der standard

    Frankfurter Liste - so viel Rabatt ist üblich

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