Arabella, ab jetzt unecht - nach zehn Jahren räumt sie das Feld

1. Juli 2004, 23:29
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"Arabella - Das Geständnis" - alles wie gehabt, nur halt "nichts Echtes"

Bei "Starmania" hat sie Verlierer seelenschwer bedauert, mitunter auch geneckt. Nun ist sie selbst an der Reihe: Nach zehn Jahren räumt Arabella Kiesbauer das Feld, Pro Sieben stellt ihre werktägliche Sendung ein. Damit ist der Nachmittagstalk endgültig Geschichte, schließlich haben RTL und Sat.1 dieses Format längst gegen Gerichtsshows ausgetauscht. Arabella findet das nicht komisch: "Der Zuschauer will offenbar auf diesem Sendeplatz Unterhaltung und nichts Echtes."

Unterhaltung? Echt? Beides hier in Zusammenhang zu bringen ist aus offensichtlichen Gründen arg keck. Zumindest aber doch auch konsequent: Frechheit siegt, was echt ist und was nicht, bestimmte bislang Hausherrin Arabella. Zum Beispiel, als sie im Trubel der ersten "Big Brother"-Welle eine Schulklasse zum Abitur begleitete. Und ganz zufällig zu erwähnen vergaß, dass es sich dabei sehr wohl um Schauspiel handelt.

Nun könnte man sagen: Wen kratzt das? Was ist schon "echt" im TV? Stimmt, aber Arabellas Voyeurismus war trotzdem unerträglicher, denn noch mehr als Meiser, Christen und Konsorten heuchelte sie Mitgefühl und wollte doch nur eins: dass ihre Gäste möglichst rasch und heftig die Sau rauslassen.

Dieser Voyeurismus, der vorgeblich alles und in Wirklichkeit nichts sehen will, bleibt selbstverständlich auch nach "Arabella" TV-Angelegenheit. Die enttäuschte Entertainerin sowieso: Der ORF sucht bereits, auf Pro Sieben kommt ab Herbst "Arabella – Das Geständnis". Alles wie gehabt, nur halt "nichts Echtes". (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 25.5.2004)

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    foto: orf/badzic
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