Nicht nur Prag ist eine Reise Wert

11. Februar 2005, 15:34
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Die Wiener Tourismusorganisationen von Tschechien, Slowenien und Slowakei gehen neue Wege

Wien - Die Wiener Tourismusorganisationen der neuen Mitgliedstaaten Tschechien, Slowenien und Slowakei richten sich auf eine verstärkte Vermarktung ihrer Länder ein. In vielen Bereichen gebe es ein Informationsdefizit, "sehr oft haben die Menschen noch immer eine Grenze im Kopf", wie es Jan Ciglenecki vom Slowenischen Tourismusbüro formuliert. Alle Länder erwarten sich hohe Zuwächse, vor allem aus Österreich, Deutschland und Italien.

In Tschechien geht es darum, die Konzentration auf Prag zu entzerren, sagt Nora Dolanská, die Direktorin der Tschechischen Zentrale für Tourismus (CzechTourism). Die drei Milliarden Euro Umsatz, die Tschechien aus dem Fremdenverkehr erzielt (Tagesbesucher nicht eingerechnet), werden nämlich zu zwei Dritteln in Prag erwirtschaftet. Auch mithilfe von EU-Förderungen will Tschechien nun Tourismusprojekte entwickeln, etwa im Bereich Kulturtourismus.

Slowakei: Nicht nur Bratislava

Die Slowakei hat erst im vergangenen Jahr begonnen, in wichtigen europäischen Herkunftsmärkten Tourismusbüros zu installieren. Neben dem Tagestourismus, der sich praktisch ausschließlich auf Bratislava konzentriert, sind nur einige wenige Orte breiter bekannt, erklärt Katarína Horská von der Slowakischen Zentrale für Tourismus.

Chancen erwarten sich die Slowaken mit attraktiven Skifahrangeboten in der Tatra, da man zwischen dreißig und fünfzig Prozent billiger sei als Vergleichsangebote in Österreich.

Rund 700.000 Nächtigungen wurden im Vorjahr von Österreichern in Slowenien getätigt. Nachgefragt werden vor allem Reisen zu Thermen. Um vermehrt jüngere Reisende zu gewinnen, wollen alle drei Länder gezielt Marketingaktionen starten. (DER STANDARD Printausgabe, 24.05.2004, Johanna Ruzicka)

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