Nachlese: GAK macht das Double perfekt

27. September 2004, 15:42
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Austria ohne Titel - Einem 3:3 nach Verlängerung folgte ein Elferschießen, in dem schlussendlich Dundee an Almer scheiterte

Salzburg - Das war das Fußball-Jahr des Liebherr GAK! Nach dem erstmaligen Gewinn des Liga-Titels fuhren die Grazer auch das Premieren-Double in ihrer 102-jährigen Klubgeschichte ein. Die Grazer rangen am Sonntag im 70. österreichische ÖFB-Cup-Finale um die "Stiegl"-Trophäe Vize-Meister Austria Memphis Magna nach einem 3:3 (2:2,1:1) nach Verlängerung im Elferschießen 5:4 nieder. Sean Dundee scheiterte im zehnten Penalty-Durchgang vor 7.900 Zuschauern am reaktivierten GAK-Keeper Franz Almer.

Vierter Cup-Triumph

Die "Roten" von Erfolgstrainer Walter Schachner, die zum sechsten Mal im Endspiel gestanden waren, feierten nicht nur ihr erstes Double, sondern auch ihren insgesamt vierten Cup-Triumph nach 1981, 2000 und 2002. Damit hat der GAK in diesem Fußball-Jahr den heimischen Fußball-Olymp im Sturm erklommen und sicher auch viele Sympathien gewonnen. Ein Jahr nach dem Double steht die favorisierte Austria hingegen mit leeren Händen da, hat Titel und Cup verloren. Als Trost blieb eine Prämie von 96.730 Euro, die auch der Sieger kassiert, und die UEFA-Cup-Qualifikation für den 23-fachen Rekord-Cupgewinner.

GAK drei Mal in Rückstand

Auf dem künstlichen Untergrund fanden die derzeit besten heimischen Mannschaften nur sehr beschwerlich zu einer Linie. Der Wille, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, war aber bei allen da. Turbulent und spannend wurde es erst am Ende der regulären Spielzeit, in der "Overtime" und im Elferschießen. Der frisch gebackene Meister glich in den 120 Minuten insgesamt drei Mal aus, davon zwei Mal in numerischer Unterlegenheit.

Lauer Beginn

Es vergingen zu Beginn genau 20 Minuten, ehe erstmals Gefahr vor einem der beiden Tore drohte. Safar, der gegenüber Didulica den Vorzug im Austria-Gehäuse erhalten hatte, wehrte nach abgefälschter Bazina-Flanke einen Kopfball von Sionko aus kurzer Distanz in den Corner ab. Davor und danach mussten die Veilchen wegen Verletzungen zwei Wechsel und Umstellungen vornehmen.

Zwei Tore vor der Pause

Blanchard erlitt im linken Knöchel einen Bändereinriss und musste schon nach 15 Minuten Platz für Helstad machen. Später humpelte auch noch Rushfeldt (33./Oberschenkel) vorzeitig in die Kabine, für den zweiten Norsker kam Dundee. Zu diesem Zeitpunkt stand's schon 1:0 für die Wiener durch Gilewicz. Der Pole hatte fünf Minuten vor dem zweiten Tausch eine Hereingabe von Kitzbichler per Kopf verwertet. Praktisch mit dem Pausenpfiff (45.+2) fiel der Ausgleich: Nach Vorarbeit von Amerhauser ließ Bazina Verlaat aussteigen und schoss trocken und genau ins kurze Eck.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an dem Spiel mit bescheidenem Niveau und viel Taktik zunächst nichts. Vor allem im Spielaufbau taten sich beide Mannschaften am Ende einer langen Saison schwer. Dazu kam, dass man den Grazern die "Woche der Feiern" anmerkte, der verletzte Ehmann abging und dass dem zweifach entthronten Titelvereidiger mit den beiden gesperrten M. Wagner und Vastic ihre zwei Kreativkräfte im Mittelfeld fehlten.

Kollmann 86 Minuten abgemeldet

Und dennoch ging die Austria abermals in Führung: Der eingewechselte Dundee traf nach Janocko-Freistoß mit seinem ersten Saisontor zum 2:1 (64.). Der GAK antwortete trotz Gelb-Rot für Tokic (84./Foul) neuerlich mit dem Einstand. Diesmal durch den bis dahin nicht in Erscheinung getretenen Kollmann (86.), der zum 34. Mal in dieser Saison einnetzte. Den vermeintlichen Matchball vergaben Helstad (87./Kopf) und Janocko (89./Volley) - die Verlängerung war perfekt.

Dundee: Tor, Assist, vergebener Elfer

In dieser stellte Gilewicz nach Janocko-Flanke und Dundee-Kopfball-Vorlage zunächst auf 3:2 (99.) für die Austria. Sieben Minuten später hieß es 3:3: Nach Kollmann-Eckball und Pogatetz-Kopfball staubte Aufhauser (106.) ab. Zwei Minuten später setzte Janocko einen Freistoß an die Stange. Die Protagonisten im Elferschießen waren in ihren letzten Spielen für ihre Klubs Almer und Dundee. Der Austria-Stürmer scheiterte mit dem zehnten Elfer an Schranz-Ersatzmann Almer. (APA)

ÖFB-Cup-Finale

  • Austria - GAK 2:2 (1:1)
    Wals-Siezenheim, Schiedsrichter Drabek, 7.900 Zuschauer

    3:3 nach Verlängerung

    Torfolge:
    0:1 (28.) Gilewicz (Kopf)
    1:1 (45.+2) Bazina
    2:1 (64.) Dundee
    2:2 (86.) Kollmann
    3:2 (99.) Gilewicz
    3:3 (106.) Aufhauser

    Elferschießen:

    Muratovic (GAK) verwertet gegen Safar
    Verlaat (Austria) stellt auf 1:1
    Standfest locker zum 2:1
    Flögel bezwingt Almer, 2:2
    Auch Pogatetz trifft, 3:2
    Gilewicz ohne Probleme zum 3:3
    Kollmann erhöht auf 4:3 für den GAK
    Janocko gleicht erneut aus, 4:4
    Milinkovic unter die Latte, 5:4
    Dundee scheitert an Almer, der GAK ist Cupsieger

    GAK: Almer - Standfest, Tokic, Pogatetz, Majstorovic (73. Naumoski) - Sionko (117. Milinkovic), Muratovic, Aufhauser, Amerhauser - Bazina (90.+1 Ramusch), Kollmann

    Austria: Safar - Troyansky (87. Akoto), Dospel, Verlaat, Dheedene - Janocko, Blanchard (15. Helstad), Flögel, Kitzbichler - Rushfeldt (33. Dundee), Gilewicz

    Gelb-Rote Karte: Tokic (84./Foul)

    Gelbe Karten: Aufhauser, Muratovic, Pogatetz bzw. Kitzbichler, Verlaat

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      1:1 durch Mario Bazina, Walter Schachner (li) war zufrieden.

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      Der Meister gewann auch das Cupfinale, der GAK feiert das Double.

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      Im Mittelpunkt der Grazer Erfolgsmannschaft: Keeper Franz Almer.

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