Belgrade-Pride abgesagt

8. Juli 2004, 20:53
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Sicherheit der TeilnehmerInnen kann nicht garantiert werden

Wien/Belgrad - Da sich die OrganisatorInnen der für 17. Juli geplanten Regenbogen-Parade nicht imstande sahen, die Sicherheit der TeilnehmerInnen der Parade (aus dem In- und Ausland angekündigt) zu garantieren, wurde die zweite Belgrade-Pride inzwischen abgesagt. Erst im März diesen Jahres war ein randalierender Mob, als Reaktion auf die wieder aufgeflammten, ethnisch bedingten Unruhen im Kosovo, durch die Straßen gezogen, wie amnesty international berichtete.

Im derzeitigen gesellschaftlichen Klima sind Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen in Serbien teils massiven Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Die OrganisatorInnen schreiben in einer Presseaussendung: "Nach den wiederholten Übergriffen rechtsgerichteter Extremisten auf den Straßen Belgrads und der Brandstiftung an der Moschee, ist es offensichtlich, dass in Serbien weiterhin extreme nationalistische und konservative politische Kräfte dominieren, welche ein Anderssein auf welcher Grundlage auch immer nicht akzeptieren. Zudem wurde deutlich, dass die regierenden politischen Kräfte nicht die Intention haben, Gewalt aufzuhalten und eine demokratische Gesellschaft aufzubauen, in der es Platz für Verschiedenartigkeit gibt. [...]

Die Vereinigung 'Pride' ist nicht in der Lage, die Sicherheit der TeilnehmerInnen zu garantieren, selbst nicht durch eine offensive Zusammenarbeit mit der Belgrader Polizei. Es besteht kein fester politischer Wille, dass die Parade sicher verläuft, und wir als Vereinigung können und wollen die Verantwortung für mögliche Gewalt nicht tragen. Eine Pride-Parade in diesem Kontext würde lediglich den Hooligans dienen, die einen weiteren Anlass für ein gewalttätiges Spektakel hätten. Nach mehreren Monaten Arbeit und dem Versuch die Parade zu organisieren, haben wir den Schluss gezogen, dass wir mehr verlieren als bekommen würden." (red)

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