Edler Tropfen tanzt auf internationalem Parkett

25. Oktober 2006, 17:02
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In Langenlois kann das Weingut Jurtschitsch auf eine traditionsreiche Familiengeschichte zurückblicken und international Preise einheimsen

Langenlois/Wien - Die Winzerfamilie Jurtschitsch aus dem niederösterreichischem Langenlois ist stolz auf die erste urkundliche Erwähnung ihres Hofes im Jahre 1541 als "Haus am Kloster". Bis ins 18. Jahrhundert war das Anwesen der Wirtschaftshof des nahen Franziskanerklosters. Seit 1868 ist das Gut in Familienbesitz, seit 1941 führt man den Namen Jurtschitsch. In fünfter Generation arbeiten jetzt die Jurtschitschs als Winzer.

Auf 60 Hektar Fläche in verschiedenen Hanglagen werden weiße und rote Trauben angebaut. 14 Meter unter der Erde liegt der Keller des Guts, dessen Gewölbe zum Teil über 700 Jahre alt sind. Bei konstanten elf Grad werden die Weine in Edelstahltanks, Holzfässern und Barriques gelagert.

Der Wein der Familie brachte es zu internationalen Auszeichnungen. Zuletzt etwa der Sauvignon Blanc 2000 Ried Fahnberg, der im Februar in Bayern unter 75 Weinen aus aller Welt von einer Expertenjury auf Platz eins gewählt wurde. Beim Wettbewerb "Riesling of the Word" in Straßburg errangen Jurtschischts 2000er-Auslese-Rieslinge unter 450 eingereichten Rieslingen zweimal Gold. (Barbara Forstner, Der Standard, Printausgabe, 17.05.2004)

Grundsätzlich leicht

Ein erfolgreicher Tanz auf internationalen Bühnen. "Eine Auszeichnung", sagt Karl Jurtschitsch, im Familienverband für Verkauf und Marketing verantwortlich, "ist aber letztendlich nur eine Bestätigung." Viel wichtiger sei, dass Qualität und Preisgestaltung stimmen. "Die Leute wundern sich immer, wie günstig wir sind." Der Preisgekrönte Sauvignon kostet ab Hof zwölf Euro - und ist ausverkauft.

Die Langenloiser Gegend ist traditionell eher ein Weißweingebiet. Dennoch haben die Jurtschitschs seit 20 Jahren auch einen Zweigelt im Programm, der 30 Prozent des Verkaufskontingents ausmacht. "Grundsätzlich", sagt Jurtschitsch, "setzen wir auf leichte Weine. Man soll ja noch ein zweites oder drittes Glaserl trinken können."

Etwa 440.000 0,7-Liter-Flaschen und 250.000 Ein-Liter-Flaschen werden jährlich verkauft. Hauptabsatzmarkt ist Österreich, gefolgt von Deutschland, den USA, Japan, der Schweiz, den Niederlanden, Kanada und Schweden. Mit der EU-Erweiterung öffnen sich auch die Ostmärkte. 28 ständige Mitarbeiter beschäftigt das Weingut, "vom Traktorfahrer bis zur Sekretärin", dazu saisonale Erntearbeiter. Die Brüder Edwin, Paul und Karl Jurtschitsch kümmern sich um die Vinifikation - die Verarbeitung der Trauben zu Wein - , die Weingärten und den Vertrieb.
www.jurtschitsch.com

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    foto: jurtschitsch
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