Porträt: Die Meisterkicker

6. Juli 2004, 13:37
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Die Mannschaft des GAK war das beste Kollektiv der Bundesliga - Ein Blick auf seine herausragendsten Bestandteile

Andreas Schranz: Der Aufsteiger des Jahres im GAK-Tor schaffte mit seinen Paraden sogar den Sprung ins Nationalteam. Galt zu Saisonbeginn nach unglücklichen Gegentreffern bei Freistößen wie in der Champions-League-Qualifikation gegen Ajax Amsterdam als Unsicherheitsfaktor, mittlerweile schwärmt Trainer Walter Schachner längst vom besten Tormann Österreichs. Verletzte sich im Saisonfinish im Training und erlebte den Titel nur auf Krücken mit.

Franz Almer: Die Langzeit Nummer eins musste seinen Platz räumen und überwarf sich zudem mit Tormann-Trainer Peter Zajicek. Kam nach der Verletzung von Schranz wieder zum Zug, obwohl er zuvor nur mehr vierte Wahl war und bereits vor der "Frühpension" stand. Wechselt als Coach in die vereinseigene Nachwuchs-Akademie.

Gregor Pötscher: GAK-Urgestein und seit 1990 dabei, erlebte in den frühen 90er Jahren auch bittere Zeiten wie im Unteren Playoff mit. Arbeitete sich danach als verlässliche Universal-Kraft auch auf die Wunschliste anderer Vereine, musste aber dennoch bis April 2002 auf sein erstes Bundesligator warten! Verdrängte Jung-Teamspieler Joachim Standfest auf der rechten Abwehrseite.

Anton Ehmann: Der Kapitän. Stand nach einer komplizierten Zehen-Verletzung (vier Operationen) bereits vor dem Karriere-Ende. Gilt als Herr der Lüfte in der Abwehr und ist bei Standard-Situationen immer für ein Tor gut. Stellt als Spätberufener längst auch in der Nationalmannschaft seinen Mann.

Mario Tokic: Der Dirigent der Viererkette. Ein technisch herausragender Abwehrspieler, der seit seinem Transfer von Dinamo Zagreb eine zentrale Figur des GAK-Aufschwungs ist. Für viele Trainer der beste Defensivmann der Liga. Der kroatische Teamspieler hofft nun auch auf Anerkennung von Otto Baric und Einsätze bei der EM in Portugal.

Emanuel Pogatetz: Schaffte schon als Teenager den Sprung nach Deutschland. War schon beim FC Kärnten einer der Lieblingsspieler von Walter Schachner und ging dann zu Bayer Leverkusen. Gehört noch immer dem Werksverein, Rückkehr in die deutsche Bundesliga möglich. Steht auch im ÖFB-Team bei Hans Krankl (der ihn nach einem Cut mit sechs Stichen zum "Frankenstein" erklärte) links in der Viererkette hoch im Kurs.

Joachim Standfest: Verlor zuletzt seinen Stammplatz, ist aber als Allrounder sowohl rechts wie links einsetzbar. Einer der Unscheinbaren, aber für die Mannschaft sehr wertvoller Arbeiter. Auch im Nationalteam dabei.

Libor Sionko: Mit Sparta Prag im Herbst noch in der Champions League engagiert, sein Wechsel in der Winterpause nach Graz war ein Volltreffer. Laufstark, technisch hervorragend und ein idealer Vorbereiter auf der rechten Seite, für den auch der zuvor auf dieser Position gesetzte Routinier Didi Ramusch ohne Murren auf der Ersatzbank Platz nahm. Gehört auch im tschechischen Team zum erweiterten Kreis.

Gernot Sick: Der Mann für alle Fälle. Egal ob in der Abwehr oder im zentralen Mittelfeld jemand zu ersetzen ist, Sick springt ein. Im Cup zuletzt zudem Torgarant und mitverantwortlich für den Einzug ins Finale.

Rene Aufhauser: Der Staubsauger - räumt im Mittelfeld auf und alles ab. Entwickelte sich aber auch technisch weiter und gilt längst nicht mehr als reiner Zerstörer. Seine Bedeutung zeigt sich auch daran, dass er bis zu seinem verletzungsbedingten Fehlen gegen Luxemburg als einziger Spieler in jedem Länderspiel unter Hans Krankl mit dabei war.

Samir Muratovic: Kam in der Winterpause. In Russland bei Saturn Ramenskoje als Assistgeber eine Drehscheibe und auch bei den Rotjacken ist der Bosnier idealer Mann für die Position der Nummer 8.

Martin Amerhauser: Gemeinsam mit Matthias Dollinger die ideale Besetzung für die linke Flanke. Beide sind trickreich, schnell und mit Freistößen die "Bananen"-Vorlagengeber für die Kopfball-Ungeheuer des GAK. Schaffte auch das Comeback im Nationalteam.

Mario Bazina: Der feine Techniker aus Kroatien wechselte von seiner Idealposition hinter den Spitzen zuletzt ganz nach vorne. Kann alles am Ball und hat auch das Auge für den freien Mann.

Roland Kollmann: Der Torgarant. Mit 26 Saisontreffern die Nummer eins in der T-Mobile-Bundesliga. War auch beim FC Kärnten unter Walter Schachner schon Schützenkönig beim Aufstieg und wechselte danach zu Twente Enschede. Stand beim GAK schon auf dem Abstellgleis, mittlerweile gesetzter Goalgetter. Auch im Nationalteam für Treffer gegen die Slowakei und Luxemburg verantwortlich. (APA)

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