Vater von Schülerin erstattet Anzeige wegen Diskriminierung
Wien/Linz - Nach der Erregung über strenge
Bekleidungsvorschriften an der Ohlsdorfer Hauptschule gibt es nun
Aufregung über ein Kopftuchverbot an einer Linzer Hauptschule. Wie
die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichten, wurde einer 13-
jährigen Muslimin der Schulbesuch mit Kopftuch verboten.
Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer sprach daraufhin von
einem "rechtlich überhaupt nicht haltbaren Vorgehen". Der Vater des
Mädchens hatte bei der Linzer Polizei Anzeige wegen Diskriminierung
erstattet und Recht bekommen. Seine Tochter darf mittlerweile mitsamt
Kopftuch zum Unterricht erscheinen.
Das Kopftuchverbot resultiere aus der zu Jahresbeginn vom
Schulforum des 240-Schüler-Hauses festgesetzten Hausordnung, in der
dem Unterricht entsprechende Kleidung vorgeschrieben werde. In der
Hausordnung, die allein Sache der Schule sei, werde grundsätzlich
keine Kopfbedeckung erlaubt, egal ob Kapperl oder Kopftuch. "Im
Pflichtschulbereich können wir aber deswegen nicht gleich jemanden
vom Unterricht ausschließen, wenn er sich nicht an die Vereinbarung
hält. Wir haben natürlich sofort den Bezirksschulinspektor
mobilisiert, zu schauen, dass das Mädchen auch mit Kopftuch zur
Schule gehen kann", so Enzenhofer. (APA)