Streit um Kopftuch-Verbot in Linzer Hauptschule

Redaktion, 17. Mai 2004 12:56

Vater von Schülerin erstattet Anzeige wegen Diskriminierung

Wien/Linz - Nach der Erregung über strenge Bekleidungsvorschriften an der Ohlsdorfer Hauptschule gibt es nun Aufregung über ein Kopftuchverbot an einer Linzer Hauptschule. Wie die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichten, wurde einer 13- jährigen Muslimin der Schulbesuch mit Kopftuch verboten.

Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer sprach daraufhin von einem "rechtlich überhaupt nicht haltbaren Vorgehen". Der Vater des Mädchens hatte bei der Linzer Polizei Anzeige wegen Diskriminierung erstattet und Recht bekommen. Seine Tochter darf mittlerweile mitsamt Kopftuch zum Unterricht erscheinen.

Das Kopftuchverbot resultiere aus der zu Jahresbeginn vom Schulforum des 240-Schüler-Hauses festgesetzten Hausordnung, in der dem Unterricht entsprechende Kleidung vorgeschrieben werde. In der Hausordnung, die allein Sache der Schule sei, werde grundsätzlich keine Kopfbedeckung erlaubt, egal ob Kapperl oder Kopftuch. "Im Pflichtschulbereich können wir aber deswegen nicht gleich jemanden vom Unterricht ausschließen, wenn er sich nicht an die Vereinbarung hält. Wir haben natürlich sofort den Bezirksschulinspektor mobilisiert, zu schauen, dass das Mädchen auch mit Kopftuch zur Schule gehen kann", so Enzenhofer. (APA)

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