Arbeiten an Beweis für das Erinnerungsvermögen und die positive Wirkung von Wasserfällen bei den Salzburger Wassertagen
Salzburg - Hat Wasser ein Gedächtnis? Dieser Frage geht der
Biologe Peter Christian Endler vom Interuniversitären College für
integrative Gesundheitsförderung in Graz in seinen Forschungsarbeiten
nach. Und der Forscher beantwortet sie mit Ja. Bei den Salzburger
Wassertagen präsentierte er am Freitag Ergebnisse. Anhand
zoologischer Versuche arbeitet Endler seit Jahren an einem Beweis für
das Erinnerungsvermögen von Wasser.
Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Homöopathie. Auch in
extrem hoher Verdünnung, in der theoretisch keine Moleküle der
Ausgangssubstanz mehr im Testwasser zu erwarten ist, zeigten sich
Wirkungen auf lebende Organismen. Endler arbeitet in seinen Versuchen
mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin. Es spielt eine wichtige Rolle
bei der natürlichen Entwicklung der Kaulquappe von der zwei- zur
vierbeinigen Froschlarve. Thyroxin beschleunigt die Entwicklung:
Normalerweise benötigen die Kaulquappen zehn Tage, um sich zum
Vierbeinstadium zu entwickeln, erläuterte Endler. Setzt man die
Tiere einer zusätzlichen Thyroxinbehandlung aus, dann verkürzt sich
die Entwicklungszeit auf acht Tage. Ursache dafür ist eine Art
"Thyroxin-Vergiftung", die in ihrem Symptomen einer
Schilddrüsen-Überfunktion entspricht.
Test
Endler hat nun für seine Versuche das Schilddrüsenhormon wie für
eine homöopathische Lösung verdünnt und verschüttelt. Chemisch
gesehen handelte es sich dabei um reines Wasser. In Analysen könnte
Thyroxin nicht mehr nachgewiesen werden. "Wenn dieses Testwasser eine
bestimmte Wirkung haben sollte, dann muss diese mit seinem
Gedächtnis, seiner 'physikalischen' Erinnerung an das Schritt für
Schritt herausverdünnte Thyroxin zu tun haben", erklärte der
Wissenschafter.
Das Ergebnis: Kaulquappen, die zuvor mit Thyroxin behandelt wurden
und dann dem Testwasser ausgesetzt wurden, brauchten nicht acht,
sondern wieder zehn Tage, um sich voll zu entwickeln. Die Erklärung
des Forschers: Das Testwasser, welches Thyroxin in homöopathischer
Verdünnung enthielt, "heilte" die Tiere von jenem Stress, den sie
durch die "Vergiftung" mit dem Schilddrüsenhormon erlitten hatten.
Sie konnten sich - im Gegensatz zu jenen Tieren, die nach ihrer
Thyroxin-Behandlung in normalem Wasser aufwuchsen - wieder in der
Normalzeit entwickeln. Fazit Endlers: Das Wasser scheine ein
Gedächtnis zu haben.
Gestörte Information
Die Forschungsarbeiten, die seit zwölf Jahren laufen, stünden auf
sehr breiter Basis und seien in Kooperation mit Zoologen,
Zellbiologen und Veterinärmedizinern entstanden, sagte Endler zur APA. Nachdem man nun sicher sei, dass es ein Gedächtnis des Wassers
gebe, wende man sich nun der Frage zu, wie dieses Gedächtnis gestört
werden könnte. So habe man beispielsweise festgestellt, dass
Elektrosmog solche Informationen im Wasser zerstören könne. Deshalb sollten
homöopathische Lösungen Endler zufolge vorsichtshalber nicht
auf Elektrogeräte gestellt werden.
Positive Wirkung von Wasserfällen
In den fünfziger und sechziger Jahren war die positive Wirkung von Wasserfällen auf die Gesundheit schon einmal Forschungsobjekt. Damals
gelang es Wissenschaftern der Stanford University nachzuweisen, dass
die negativen Luft-Ionen, die dort in sehr hoher Konzentration
vorkommen, Allergikern und Asthmatikern helfen und Schmerzen von
Brandwunden lindern können.
Versuchsreihe
In einer Versuchsreihe, die im Sommer bei den Krimmler
Wasserfällen geplant ist, will Maximilian Moser vom Joanneum Research
Institut für Nichtinvasive Diagnostik, an die früheren Ergebnisse
anknüpfen. Bei den Salzburger Wassertagen sprach er über
die Wiederentdeckung des Wasserfalls als Gesundheitstank.
In Städten liege die Konzentration von negativen Luft-Ionen bei
500 pro Kubikzentimeter, erklärte Moser im Gespräch mit der APA. Im
Wald könne man eine Anzahl von 2.000 pro Kubikzentimeter nachweisen.
Bei den Krimmler Wasserfällen kommen sie in einer Konzentration von
70.000 pro Kubikzentimeter vor, weiß der Wissenschafter. "Auch
Urlauber sagen, dass ihr Asthma sofort besser wird, wenn sie die
Krimmler Wasserfälle besuchen", erzählt Moser. In den Versuchsreihen
soll nachgewiesen werden, was sich durch die Konzentration der
negativen Luft-Ionen im Körper verändert. Erste Ergebnisse werden im
Herbst vorliegen.
Für eine neue Therapieform
Moser geht es darum, den gesundheitlichen Nutzen natürlicher
Wasserfallelektrizität zu ergründen. Es gebe alte Berichte, dass die
Krimmler Wasserfälle schon vor 200 Jahren als "Gesundheitstank"
genutzt wurden. Dieses alte Wissen will Moser mit wissenschaftlichen
Daten untermauern und so den Weg zu einer neuen Form der Therapie
frei machen.
Der gesundheitliche Nutzen gelte im Prinzip für alle Wasserfälle.
Durch die Fallhöhe der Krimmler Wasserfälle ergebe sich aber eine
besonders hohe Konzentration der negativen Luft-Ionen. Bei kleineren
Wasserfällen liege sie bei etwa 10.000 Luft-Ionen pro
Kubikzentimeter. Die Wasserfallelektrizität entstehe durch die
Bewegung der Teilchen in der Luft. Durch einen Aufprall entstehen die
Ladungstrennungen, die für die negativen Luft-Ionen verantwortlich
sind, weiß Moser. An den kleinen Tropfen könnten sich negative
Luft-Ionen ansetzen und so ein Elektroaerosol bilden, das besonders
wirkungsvoll sei. Es gebe "erstaunlich positive Auswirkungen auf die
Gesundheit", so der Wissenschafter.
(APA)