Dichand "stolz" auf Recherchen gegen WAZ

15. Februar 2005, 16:20
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Kampf um "Krone" dürfte sich in den Herbst ziehen – Senior sieht "Erpresser rundum"

Ein halbes Jahrhundert machten die beiden gemeinsam die "Krone". Donnerstag sitzen Hans Dichand und Friedrich Dragon einander im Straflandesgericht gegenüber. Eine der Nebenfronten im erbitterten Kampf von Essener WAZ-Gruppe und Hans Dichand um die Macht bei der "Krone".

Erkenntis am Rande: Nicht nur im Juni, auch im Oktober soll das Schiedsgericht tagen. Hälfteeigner WAZ hat es angerufen, Dichand als Geschäftsführer mit weit reichenden Befugnissen abzusetzen.

Das Landesgericht für Strafsachen indes bemühte Hans Dichand. Er klagte seinen langjährigen Chefredakteur Dragon, heute Statthalter der WAZ in Österreich.

Anlass: Hans Dichand meinte im September 2003 kryptisch, als ihn die "Presse" auf einen Kroatienbesuch seines ältesten Sohnes Michael ansprach: "Sie werden sehen, da kommt noch was." Kurz darauf erschien ein Interview Michael Dichands in einem Branchenmagazin, in dem er der WAZ in Kroatien Verbindungen zur organisierten Kriminalität vorwirft.

Dragon kündigte rechtliche Schritte an und erklärte, Dichand senior müsse von den Vorwürfen seines Sohnes gewusst haben. Dichand bestreitet das auch Donnerstag.

Von den Vorwürfen Michaels distanziert sich der Vater nicht: "Ich finde eigentlich großartig, was er macht", ruft Dichand, als es um die WAZ-Recherchen des Sohnes geht: "Er hat sein Leben riskiert, als er auf den Balkan gegangen ist. Ich bin stolz auf ihn." Dass er das Vorgehen gegen die WAZ "großartig" findet, könnte das Schiedsgericht interessieren.

"Erpresser rundum" sieht Dichand, die "private Dinge wissen". Dabei geht es vor Gericht gerade um einen Exstaatsanwalt, der sich ihm als Rechtsberater andiente. Von dem gebe es "sicher Aussagen, mit denen die Gegenseite was anfangen kann", sagt Dichand, der ihm "50.000 Schilling gegeben" hat, weil er den Eindruck machte "dass er nichts zum Essen hatte".

Fortsetzung im Herbst. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 14.5.2004)

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    Hans Dichand.

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