Endlich Gold für Markus Rogan

5. Dezember 2004, 23:47
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Wiener deklassierte in Madrid über 200 m Lagen die Konkurrenz und sorgte für Österreichs ersten Herren-Langbahn-Titel

Madrid - Markus Rogan hat endlich seine Gold-Medaille. Der Wiener schwamm am Mittwoch bei den Langbahn-Europameisterschaften in Madrid mit einem fantastischen nationalen Rekord von 1:59,79 Minuten zum Sieg über 200 m Lagen und sorgte damit gleichzeitig für den ersten österreichischen Langbahn-EM-Titel bei den Herren.

"Von diesem Gold geträumt"

Rogan war über seinen Premieren-Sieg überglücklich: "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Jetzt weiß ich, wie sich Mirna 25 Meter vor Schluss immer gefühlt hat, wenn sie wusste, das Rennen kann ich gewinnen. Ich hab' von diesem Gold geträumt, aber es nicht wirklich erwartet. Jetzt muss ich nur aufpassen, dass ich mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruh", meinte der 22-Jährige nach dem Gewinn seiner sechsten Langbahn-EM-Medaille. Dazu kommt WM-Silber sowie ein Kurzbahn-EM-Bronze.

Der Kurzbahn-Europarekordler über 200 m Rücken ging auf der Delfin-Lage als Dritter an, arbeitete sich mit einer extrem langen Tauchphase und einer exzellenten Rücken-Länge aber bis zur Halbzeit einen Vorsprung von 1,7 Sekunden heraus. Im Bruststil ließ Rogan dann zwar eine Sekunde auf den finnischen 200-m-Lagen-Europarekordler Jani Sievinen liegen, doch ließ er den Finnen nicht mehr heran kommen. "Ich habe mir gedacht, wenn die alle gut kraulen können, warum ich dann nicht", erklärte Rogan in einer ersten Stellungnahme.

Seine am 31. Juli 2002 im Berliner EM-Finale beim Lauf zu Bronze fixierte bisherige VÖS-Bestleistung drückte der Student um 71/100 Sekunden und distanzierte somit den zweitplatzierten Titelverteidiger Sievinen um 64/100. Der Skandinavier ist mit drei Mal Gold, ein Mal Silber und zwei Mal Bronze der erfolgreichste Schwimmer auf dieser Strecke auf EM-Ebene. Bronze holte sich der Italiener Massimiliano Rosolino in 2:00,53. Sein favorisiert gewesener Landsmann Alessio Boggiatto lag eine weitere Hundertstel zurück.

"Vielleicht ein Glaserl Wein"

Bei der gedrängten Prominenz auf den Rängen hinter sich war Rogan sein erster Platz vorerst sogar ein bisschen peinlich: "Ich musste im ersten Moment erst realisieren, dass ich mir diesen ersten Platz verdient habe. Aber jetzt muss sich Österreich langsam an die großen Erfolge im Schwimmen gewöhnen. Und unser Team ist hier in Madrid auch noch nicht fertig, wir können noch zulegen." Groß feiern wollte Rogan nicht, obwohl er die 200 m Kraul am Donnerstag gestrichen hat. "Vielleicht ein Glaserl Wein! Wir sind ja Schwimmer, keine Säufer." (APA/red)

Ansichtssache

Rogan holt sich Gold

  • Der frischgebackene Europameister Markus Rogan.
    foto: gepa/dominic ebenbichler

    Der frischgebackene Europameister Markus Rogan.

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