"Überall ist Fisch dabei"

Eine Klasse des Gymnasiums Geblergasse besuchte Tokio und lernte dabei auf Matten zu schlafen, rohen Fisch zu mögen und sich im japanischen Bad zu waschen

„Japan war für mich eine der größten Erfahrungen in meinem Leben. Trotz vieler Auftritte und wenig Zeit sahen wir viel vom Land und bekamen einen guten Eindruck von der Kultur“ schreibt Stefan, einer von 27 Schülerinnen und Schülern der 5. Klasse des Hernalser Gymnasiums Geblergasse, die im April 2004 Fuchu, den 17. Bezirk von Tokio besuchten. Seit Jahren besteht zwischen Fuchu und Hernals ein Freundschaftsvertrag. In diesem Rahmen besuchte eine Delegation der Bezirksvertretung unter Leitung der Frau Bezirksvorsteher, Frau Dr. Ilse Pfeffer, Fuchu, das heuer sein 50 – Jahr – Jubiläum feiert. Die Schülerinnen und Schüler begleiteten die Delegation, besuchten die Partnerschule in Fuchu und repräsentierten ihre Heimat in Tanz und Musik.

Das große Lächeln

„Wie war Japan? Schön .....“ meint Michaela; „die Leute sind alle sehr freundlich, lächeln dich an, wenn du bei ihnen vorbeigehst, grüßen meist auch mit einer Verbeugung und sind sehr zuvorkommend“ Es sind in erster Linie die Menschen, die auf die österreichischen Jugendlichen großen Eindruck gemacht haben: „Die Japaner sind sehr freundlich und hilfsbereit, aber auf keinen Fall aufdringlich. Sie lassen sich sehr schwer aus der Ruhe bringen und haben dadurch eine so gelassenen Ausstrahlung“, findet Stefan und Kathi schreibt: „ Sie haben eine andere Einstellung, sie besitzen andere Schwerpunkte in Sachen Höflichkeit, Umgang mit anderen Lebewesen und Gegenständen.“

Kulturelle Kontraste

Die Schülerinnen und Schüler lebten „japanisch“ – sie wohnten in japanischen Zimmern, badeten in japanischen Bädern und aßen japanisches Essen „Die Zimmer in Japan bestehen aus Schiebetüren und Tatamiböden, das sind Teppiche aus Stroh. Geschlafen wird auf Matten und es ist ziemlich hart. In jedem Zimmer gibt es Schränke mit Stühlen (ohne Beinen), Pölstern und (niedrigen) Tischen darin. Man kann also sagen, dass ein japanisches Zimmer ein Allroundzimmer ist.“(David) Viel Anklang fand das japanische Bad : „Die Duschen sind Gemeinschaftsduschen, da mehrere in einem Raum sind und ein großes, heißes Badebecken. Die Japaner waschen sich erst einmal gründlich mit Seife und dann ins große Becken. Das machen sie öfters hintereinander und ich hab das auch ausprobiert und wenn man dann so aus dem Bad kommt, ist man richtig angenehm fertig.“

Viel Fisch

Unterschiedlich die Reaktionen auf japanisches Essen : Von „atemberaubendem Buffet“ (Anna) bis „..etwas, an das ich mich nie gewöhnen würde, ist das Essen. Überall ist Fisch dabei...“ (Michaela). Wieder andere revidierten Vorurteile: „ Die Japaner essen auch nicht so viel rohen Fisch, wie wir Europäer denken....“ (David)

„Das größte Problem ist aber“ – nach Stefan – „dass die meisten kein Englisch können und ich mich mit Händen und Füßen verständigen musste.“ Aber : „Fast alle Japaner, denen wir begegnet sind, haben anscheinend zuvor einige Blicke in ein japanisch – deutsches Wörterbuch geworfen, denn nicht wenige begrüßten uns mit `Guten Tag`; `Herzlich Willkommen`.......“ Beim gemeinsamen Unterricht, in einer Kalligraphiestunde „..... hörte ich einige in der Klasse Wörter flüstern, die irgendwie der deutschen Sprache ähnelten wie `Wie heisn Sie` `wie al si si`“ „... aber insgesamt hatten wir jede Menge Spaß miteinander, auch wenn wir uns nur kurz zugenickt haben.“(Kathi)

Einheimische Trachten

Über das Programm schreibt Anna : „ In Japan bzw. Fuchu haben wir so viel Beeindruckendes und Interessantes gesehen, dass ich hier nur die eindruckvollsten Programmpunkte erläutern kann. So z. B. der Empfang am selben Abend, bei dem wir alle in österreichischen Trachten der Fa. Tostmann erschienen und zu dem alles geladen war, was in Fuchu Rang und Namen hatte. Auf den Freitag waren wir schon ganz besonders gespannt- denn da durften wir einen ganzen Tag in unserer Partnerschule verbringen. Uns wurde ein beeindruckender Empfang geboten und auch hier konnten wir unter anderem mit dem „Böhmerwald – Landler“ trumpfen. Dann wurden wir in Gruppen von 2 bis 3 Schülern eingeteilt und von verschiedenen Schülern zu unseren Klassen geleitet. Mit diesen aßen wir dann auch gemeinsam zu Mittag und verbrachten eine Unterrichtsstunde. Darauf folgte ein freundschaftliches Volleyballmatch bei den Mädchen und ein ebenfalls freundschaftliches Fußballmatch bei den Burschen (das für uns jedoch nicht so erfreulich ausging).

Sauberkeit ist alles

Und nachdem man e-mail Adressen ausgetauscht hatte, wurde ,man auch schon seiner Familie übergeben. Für fast alle war dieser „home – visit“ ein sehr interessantes und erfreuliches Erlebnis.“ Beeindruckt war man allgemein von der japanischen Sauberkeit, besonders jedoch in den Schulen. „Die Schulen waren übermäßig sauber. Soviel ich wusste, mussten die Schüler alles selber putzen!“ berichtet Stefan. Und abschließend : Michaela:“ Die Kultur und neue Leute kennen zu lernen, war auch etwas ganz Besonderes für mich.“ David : „Ich würde Japan an jeden weiterempfehlen...“ Stefan: „ Ich genoss diese zehn Tage in Japan sehr und bin erstaunt, wie die Leute auf engstem Raum leben.“ Kathi : „ ......So trinke ich, seit ich wieder in Österreich bin, glücklich und bewusst Leitungswasser!“ Andererseits : „vermisse ich jetzt schon die japanische Mentalität, die Fröhlichkeit und ihre Höflichkeit!“

Von Stefan Ehn,
Anna Holzmann,
Michaela Manhartsberger,
David Seidl,
Kathi Wickenhauser


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Homepage des Gymnasiums Geblergasse
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