Eine Wiener Biedermeierdame erobert die Welt

8. Juli 2004, 12:02
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Als Frau allein zu reisen ist Herausforderung in mehreren Bereichen: selbstbestimmtes Wandeln und Forschen, die Sinne für das Kommende offen, ohne Ablenkung durch die Sorge um das Wohl der Begleitung. Schief und neugierig beäugt von Seiten der Mitreisenden, wie es denn komme, als Frau alleine unterwegs zu sein.

Diese Gefühle kannte auch Ida Pfeiffer, Wiener Bürgersdame des 19. Jahrhunderts, die in einem weitaus rigideren Ambiente ihre Abenteuer erlebte. Mit 44 Jahren - nach vollzogener Erfüllung ihrer Mutterpflichten - bricht sie alleine auf, die Welt zu erkunden. Ihre Reiseberichte werden begeistert gelesen, trotz mehrmaliger Versuche, die Todesmutige zur Verwirrten abstempeln zu lassen.

Hochinteressiert an Anthropologie und Botanik erwirbt sie auf ihren Reisen nach Palästina, Island, Indonesien und Südamerika etliche Schätze, die heute einen wichtigen Teil der österreichischen Museenlandschaft ausmachen. Trotz dieser großen Verdienste erhält sie keinen Einlass in die elitären Forscherkreise der Habsburger Monarchie.

Gabriele Habinger:
Eine Wiener Biedermeierdame erobert die Welt
Die Lebensgeschichte der Ida Pfeiffer (1797 - 1858)
Promedia Verlag, Wien 2002
Euro 11,90/160 Seiten
ISBN: 3-853711-24-3

(e_mu)

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    foto: buchcover
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