Breites Spektrum der Investstrategien

22. Februar 2005, 20:18
posten

Alternative-Manager haben viele Freiheiten

Als Alternative Investments bezeichnet man verschiedene Strategien.

Global Macro: Makroökonomische Trends werden ermittelt, um von Preisänderungen in Aktien, Renten, Währungen oder Rohstoffen im Zusammenhang mit vermuteten Änderungen im wirtschaftlichen oder wirtschaftspolitischen Umfeld zu profitieren. Z. B. Fonds erwartet wirtschaftliche Erholung, daher Steigen der Kurse ähnlich einem klassischen Fonds. Der Unterschied: Durch Leerverkäufe kann auch auf fallende Kurse gesetzt werden.

Equity Long/Short: Investieren in ein diversifiziertes Portfolio verschiedener Aktien und entsprechender Derivate auf der Long- und Shortseite. Klassifizierungen z. B. nach Stilrichtung, Geografie oder Sektor. Aktien und Derivate von X werden leer verkauft, weil man von fallenden Kursen ausgeht. Dagegen werden Aktien und Derivate von Y gekauft, weil steigende Kurse erwartet werden.

Equity Neutral: Es wird versucht, Kursineffizienzen (Abweichungen von langfristigen Trends) zwischen einzelnen Wertpapieren auszunutzen und die Angleichung des Kurses und des Trends erwartet. Dabei werden die einzelnen Long/Short-Positionen so gegenübergestellt, dass eine Volatilität entsteht, die der des Marktes entspricht (Beta 0).

Event Driven: Bei Umstrukturierungen von Unternehmen (Übernahmen, Spin-offs, Kapitalmaßnahmen, Insolvenzen) versuchen die Portfoliomanager Bewertungsunterschiede auszunutzen. Portfoliomanager kauft Aktien, weil er prognostiziert, dass die Übernahme zustande kommt.

Fixed Income Arbitrage: Grundprinzip der Strategie ist das Ausnutzen von Preisungleichgewichten zwischen verschiedenen Rentenpapieren. Es wird versucht, das Marktrisiko zu eliminieren. Typische Strategien sind Zinsstrukturkurven Arbi- trage, Treasury/ Eurobond Spreads, Mortgage Backed Securities Arbitrage. Z. B. die Zinsen zwischen USA und EU entfernen sich vom langfristigen Mittelwert ohne sichtbaren Grund. Management setzt auf Angleichung der Kurse.

Convertible Arbitrage: Fonds dieser Kategorie versuchen, durch Kauf einer unterbewerteten Wandelanleihe und gleichzeitigen Verkauf der zugrunde liegenden Aktie (oder umgekehrt) Ertrag zu erzielen.

Dedicated Short Bias: Die Strategie setzt auf Leerverkauf von Wertpapieren und späteren Rückkauf mit niedrigerem Preis. Fondsmanager können auch auf steigende Kurse setzen, doch muss das Volumen der Leerverkäufe die Käufe übersteigen.

Emerging Markets: Fondsmanager investiert in Emerging Markets (Osteuropa, Lateinamerika, Asien). Die Strategie der Fondsmanager ist nicht allgemein festgelegt, meist Long-Positionen ähnlich eines normalen Equity oder Bond-Emerging-Markets-Fonds. Der Einsatz von Derivaten ist wegen mangelnder Liquidität in manchen Schwellenländern nur bedingt möglich.

Managed Futures: Fonds investieren in börsennotierte Finanz- und Warenterminkontrakte inkl. der entsprechenden Optionen. Investitionsentscheidungen treffen Portfoliomanager (erwartete Preisentwicklung) oder basieren auf einem mathematischen Modell. Futuresmärkte sind vielfältig. Es kann sowohl an Rohstoff- (z.B. Öl) oder Nahrungsmittelmärkten (z.B. Sojabohnen) als auch auf Aktien-und Rentenindizes und Währungen gehandelt werden.

Multi Strategy: Das Management nutzt eine Vielzahl der angeführten Strategien und hält sich die Möglichkeit offen, je nach Marktsituationen zu handeln. (DER STANDARD Printausgabe, 10.05.2004 dol)

Share if you care.