"Das Unsichtbare"

8. Juli 2004, 12:47
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Ausstellung zur Kulturgeschichte der Frauenunterwäsche im Tiroler Landesmuseum

Innsbruck - Eine Sonderausstellung präsentiert Tirols Landeskundliches Museum Zeughaus in Kooperation mit dem Meraner Frauenmuseum "Evelyn Ortner" ab Mittwoch unter dem Titel "Das Unsichtbare": Sie gewährt Einblicke in die Kulturgeschichte der Frauenunterwäsche.

Wandel des Körperbildes

Die Damen-Dessous sollen hier zum Maßstab für die Veränderungen der Einstellung zum weiblichen Körper werden und die damit verbundene gesellschaftliche Stellung der Frau im Laufe der vergangenen 150 Jahre dokumentieren. Dabei offenbaren sich - neben der einen oder anderen Kuriosität - die Wandlungen des Modegeschmacks und jeweiligen Schönheitsideals von der "Wespentaille" zur Frau von heute anhand ihrer Unterwäsche.

So hatte die Befreiung vom einschnürenden Korsett - das älteste Ausstellungsstück dieser Art stammt aus dem Jahr 1870 - für die Weiblichkeit die Bedeutung einer Revolution - ebenso wie die Aufnahme einer "Neuheit" wie der heute selbstverständlichen Unterhose in die Kleidung der bürgerlichen Frau am Ende des 19. Jahrhunderts.

Relative Befreiungen

Ausgehend vom Hemd, dem lange Zeit wichtigsten und sogar einzigen weiblichen Wäschestück, wird in sieben Abschnitten die Modegeschichte der Damenunterwäsche dokumentiert. Die jüngsten Ausstellungsstücke stammen aus der vorjährigen Palmers-Kollektion "Invisible" und zeigen die Dessous von heute.

Auch der Einfluss medizinischer Erkenntnisse ebenso wie der einer geschickten Werbewirtschaft wirkte sich im Laufe der Zeit stark auf den Bereich der einst noch "Unaussprechlichen" aus - ebenso wie die Aspekte des sich wandelnden Körperbewusstseins, die wiederum mit sozialpolitischen Veränderungen wie der Emanzipation und der individuellen "Befreiung" der Frau von überkommenen Zwängen einhergingen.

Die bis 19. September laufende Schau wird von Führungen, Gesprächen sowie ferner von einem Workshop für Mädchen ab 14 begleitet. (APA)

Ausstellung
"Das Unsichtbare - Einblicke in die Kulturgeschichte der Frauenunterwäsche"

Noch bis 19. September 2004
Innsbrucker Museum im Zeughaus
  • Bild nicht mehr verfügbar
    Im Bild eine Schaufensterpuppe mit weißem Mieder der Firma Anita (la facade), um 1955.
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