Klaus: EU-Steuerharmonisierung "verrückte Idee"

11. Februar 2005, 15:33
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Tschechiens Präsident wäre "als deutscher Kanzler auch wegen der deutschen Wirtschaftsleistung nervös"

Prag - Der tschechische Präsident Vaclav Klaus hat Versuche einer Steuerharmonisierung in der EU als "eine der verrücktesten Ideen" bezeichnet, "die bisher jemand in Europa hatte".

Zuletzt hatte der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder eine solche Harmonisierung gefordert. "Als deutscher Kanzler wäre ich auch wegen der deutschen Wirtschaftsleistung nervös, die seit 15 Jahren nichts Großartiges ist", wurde Klaus am Montag von der Nachrichtenagentur CTK zitiert.

"Problem Deutschlands"

"Es scheint sogar, dass das Problem des schwachen europäischen Wachstums im vergangenen Jahrzehnt das Problem Deutschlands ist", fügte Klaus hinzu. Am vergangenen Freitag hatte der tschechische Ministerpräsident Vladimir Spidla zum Streit um angebliches "Steuerdumping" in den neuen EU-Ländern gesagt, er halte jedes Dumping für schlecht und sei zur Diskussion darüber bereit. "Aber mir scheint diese Debatte in Deutschland etwas überzogen", sagte Spidla.

Schröder hatte die am 1. Mai beigetretenen EU-Länder in den vergangenen Wochen mehrfach vor "unfairem Steuerwettbewerb" gewarnt. (APA/dpa)

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