Ein Börsengang der ganz anderen Art

19. Juli 2004, 16:50
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Die Google-Gründer wollen trotz der Aussicht auf Milliarden-Erlöse nicht verleugnen, dass sie eigentlich Mathematiker sind

New York/Wien - Die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page konnten es nicht unterlassen, in einem versteckten Scherz darauf hinzuweisen, dass sie beim Börsengang alles anders als frühere Dotcoms machen wollen.

2,718281828 Mrd. US-Dollar wollen sie laut Börsenprospekt erzielen - der milliardenfache Wert der Eulerschen Zahl, die sich auch am Firmenschild findet.

Als Rechner noch keine komplexen Kalkulationen für uns übernahmen, war "e" aus der Exponentialrechnung ein Begriff - der natürliche Logarithmus, der beim Differenzieren und Integrieren unverändert bleibt.

Vorbild Warren Buffett

Nicht unverändert lassen wollen Brin und Page hingegen die noch immer von der Dotcom-Blase belastete Börsenkultur. Sie verweisen Investoren darauf, dass ihr Vorbild Warren Buffett sei und sie jetzt und in Zukunft nicht vorhätten, ihre Gewinne "zu glätten", nur um Analysten zufrieden zu stellen.

"Wir werden unsere Gewinne langfristig optimieren, statt das Ergebnis jedes Quartal glätten zu wollen." Darum werden sie auch im Besitz von B-Class-Aktien sein, die ihnen durch das zehnfache Stimmengewicht entscheidenden Einfluss auf Google geben werden.

Aktien per Auktion

Und anders ist auch der IPO selbst, bei dem die Aktien per Auktion zu variablen Preisen versteigert werden - eine Absage an die Investmentbanken, die sonst für den Börsengang satte sieben Prozent des Emissionsvolumens einstreichen. (DER STANDARD Printausgabe, 03.05.2004, spu)

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