Man sieht sich in Österreich

21. April 2005, 14:46
3 Postings

Die Organisatoren der WM 2005 werfen einen Blick in die Zukunft. Es wird mit einem Gewinn und 250.000 Zusehern gerechnet. Die WM in Tschechien indes strebt einen Besucherrekord an

Prag - Mit der jüngsten Mannschaft der Geschichte (Durchschnitt 24,3 Jahre) hat Österreich bei der Eishockey-WM in Tschechien bestanden (jedenfalls), begeistert (phasenweise) und um den Einzug ins Viertelfinale gespielt (wurde durch eine 2:5-Niederlage gegen Lettland verpasst).

Bei der Heim-WM im kommenden Jahr in Wien und Innsbruck soll ebenfalls der heimische Nachwuchs ein Sieger sein. Wirft die WM 2005 einen Gewinn ab, würde dieser wie schon bei den Weltmeisterschaften 1967, 1977, 1987 und 1996 in eine Stiftung eingebracht, deren Mittel zweckgebunden für den Nachwuchs verwendet werden müssen, erklärte Dieter Kalt, der sowohl dem Verband (ÖEHV) als auch der WM-Organisation vorsteht. Bei einer Auslastung von 68 Prozent (verkaufter Karten) würde die WM positiv bilanzieren.

"Wir werden den Weg des Nachwuchses weitergehen", betonte Kalt. Die derzeit unter dem Vorsitz von ÖEHV-Ehrenpräsident Hans Dobida stehende Stiftung wurde vor 37 Jahren vom damaligen Verbandspräsidenten Walter Wasservogel mit dem Gewinn der 67er-WM in Höhe von 11,5 Millionen Schilling eingerichtet. Im Jahr 2002 fielen aus dem Zinsertrag fast 100.000 Euro ab.

Bei den WM-Einnahmen ist der ÖEHV auf den Kartenverkauf angewiesen. Die TV- und Sponsorenrechte liegen bei der Agentur Infront, der heimische Verband hat einige wenige Rechte wie Helm- und Ärmelsponsor für das heimische Team und das sicher in Innsbruck spielende US-Team (Tirol Werbung) erhalten. Kalt hofft daher, dass sich der Aufschwung des österreichischen Eishockeysports im kommenden Jahr positiv auf die Zuschauerzahlen auswirkt. "Der Boom durch die gute Leistung des Nationalteams und die gute Erste-Bank-Liga soll sich fortsetzen."

Eine klare Steigerung gegenüber der WM 1996 wird erwartet. Damals kamen in 40 Spielen 186.830 Zuschauer in die Stadthalle und die Schultz-Halle (Schnitt: 4671). Im nächsten Jahr werden aber 56 Partien ausgetragen, zudem wird in zwei Städten gespielt. Mit Innsbruck wird auch der Westen eingebunden, die Kapazität der zweiten Arena neben der Stadthalle ist größer, wodurch eine deutliche Steigerung möglich sein soll.

Je 28 Spiele werden in der Wiener Stadthalle mit einer Kapazität von rund 8900 Zuschauern und in der Innsbrucker Olympia-Halle mit einem Fassungsvermögen von 8200 Besuchern ausgetragen. Allerdings müssen für den Internationalen Eishockey-Verband (IIHF), für Infront und für Medienvertreter mehrere Hundert Plätze freigehalten werden. Während Österreich im kommenden Jahr mit rund 250.000 Zuschauern rechnet, hat man in Prag und Ostrau nach 40 Spielen bereits 348.500 Zuschauer (Schnitt: 8712) registriert. Der Rekord von Finnland 1997 (526.000) wackelt. (APA, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 4.5. 2004)

  • Artikelbild
Share if you care.