ORF nicht zufrieden, Planungschef Lorenz ortet "Pfadfindersyndrom" - Veränderungen "in absehbarer Zeit" möglich
Das
ORF-Jugendformat "25 - Das Magazin" will auch
gut eineinhalb Jahre nach seinem Start nicht so richtig auf Touren
kommen. "Das ist eine Baustelle im ORF und es ist gut möglich, dass
wir hier in absehbarer Zeit Veränderungen vorschlagen", sagte
ORF-Planungschef Wolfgang Lorenz am Montag bei der Sitzung des
ORF-Publikumsrats. Anlass für die ernüchternde Bilanz war eine
Anfrage der Publikumsrätin Andrea Konrad. Ihrer Ansicht nach hapert
es am Konzept.
"Zielgruppenprogramme scheinen nicht mehr zu funktionieren"
Lorenz dagegen verwies auf die Erkenntnis, dass es offensichtlich
nicht mehr möglich sei, die "Jugend an einem bestimmten Sendeplatz
zusammenzufassen": "Zielgruppenprogramme dieser Art scheinen nicht
mehr zu funktionieren." Durchschnittlich 70.000 Zuschauer (21 Prozent
Marktanteil) in der Zielgruppe zwölf bis 29 waren im ersten Quartal
2004 bei den "25"-Sendungen um 18.30 Uhr in ORF 1 dabei. Bei den
Erwachsenen (zwölf Jahre und älter) betrug der Marktanteil neun
Prozent (184.000 Zuschauer). Diese Zahlen seien "tatsächlich nicht
schön", so Lorenz. Er ortete denn auch ein "Pfadfindersyndrom": Der
ORF habe eine "gute Tat" vollbringen wollen, doch "niemand wollte
sich von uns über die Straße helfen lassen".
Lob für Berichterstattung zur EU-Erweiterung
Ausdrückliches Lob gab es am Montag im Publikumsrat für die
Anstrengungen des ORF rund um die EU-Erweiterung. Mit den
Marktanteilen zeigte sich Informationsdirektor Gerhard Draxler
zufrieden. Die nächste Herausforderung wartet schon: Auch zur EU-Wahl
im Juni plant man ein umfangreiches Schwerpunktprogramm. (APA)