Die Gegenüberwachung kommt

von Redaktion  |  11. Mai 2004, 10:24
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S-77CCR-Konsortium will ab Mitte Mai mittels unbemannter Drohnen Überwachung des öffentlichen Raums "demokratisieren"

Ein unter dem Namen S-77CCR (System-77 Civil Counter Reconnaissance) auftretendes Konsortium will dem Überwachungsmonopol der staatlichen Behörden entgegentreten und die Überwachung des öffentlichen Raums "demokratisieren". "S-77CCR ist ein taktisches urbanes Überwachungsabwehrsystem für bodengelenkte UAV (unbemannte Luftfahrzeuge) sowie luftgestützte Drohnen und dient der Beobachtung des öffentlichen Raumes" heißt es auf der Webpage zum Projekt. Die aufgenommenen Daten sollen dabei in Echtzeit analysiert und ausgewertet werden.

Rechtliches

Laut dem Konsortium befinde man sich mit dem Projekt im rechtlichen Rahmen, um dies zu untermauern beruft sich S-77CCR auf eine auf der Webpage zitierten Expertise der europäischen Kommission, in der es heißt:

"Erfolgt der Einsatz von Überwachungstechnologien zum Zweck des Nachweises allfälliger Straftaten durch Exekutivbeamte gegenüber zivilen Personen, so ist derartiges Handeln nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs als journalistische Tätigkeit im Sinne des Art 10 EMRK anzusehen, weshalb es aufgrund des Schutzes der Meinungsfreiheit nicht in den Geltungsbereich der oben genannten Richtlinie fällt. Gleiches gilt für Projekte, die als Ausübung des Grundrechts auf Freiheit der Kunst anzusehen sind."

Testbetrieb

Bereits am 13. Mai soll am Wiener Karlsplatz eine "zivile Gegenaufklärungsanlage" installiert werden, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Dies sei der erste Testbetrieb des Systems, das momentan noch mit einer Demoversion laufe und den Einsatz von S-77 bei den Protesten gegen die Bildung der ÖVP / FPÖ-Koalition im Februar 2000 zeige. (red)

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per verser 
03.05.2004 17:49
unbemannte luftfahrzeuge zur überwachung...

ich glaube, dann wird es zeit, sich ein gewehr mit zielfernrohr anzuschaffen und sich einen guten platz zu suchen.

Florian Brunner
03.05.2004 18:12

Camper! ;o)

Dieter Willinger
03.05.2004 12:49
Sieht wie Kunstprojekt aus...

Unklar bleiben bei Durchsicht der Homepage die tatsächlich Beteiligten des "Konsortiums". Für mich sieht das eher nach einem Kunstprojekt als nach tatsächlichem "Counter-Überwachen" aus...

el Pato
03.05.2004 14:57
...

oiso, der ISP wohnt in der Kirchengasse und hat sich auf Kunst und Kulsturprojekte spezialisiert.

so viel dazu (aber die Idee ist geil...)

Tisco_over
03.05.2004 09:09
dem Strasser...

... sein eigenes Überwachungsheer!!!

Andi K
03.05.2004 08:18
Blanker Hohn

Die Bezeichnung 'Civil Counter Reconnaissance' fuer Ueberwachungsinstrumente ist wahrlich hoehnisch.
Nicht nur, dass diese Firma Geraete herstellt, die die ohnehin schon strapazierte Privatsphaere weiter einschraenkt, ist sie auch noch der Meinung, dass Ueberwachung von Personengruppen dem Bereich des Journalismus zuzuornen ist und damit die 'Privat'sphaere im oeffentlichen Raum noch weiter eingeschraenkt wird.

Das Konsortium masst sich Taetigkeiten an, die schon strengen Auflagen unterliegt, wird sie von staatlichen Stellen durchgefuehrt.

'Journalistische' Aufzeichnungen unterliegen hingegen kaum dem Datenschutz - zumindest nicht dem des 'Ueberwachten'.

Hartwig Erlacher
03.05.2004 08:05
Rechtsbeugung der Europäischen Gerichtshofes

ist die Formulierung
"Exekutivbeamte gegenüber zivilen Personen, so ist derartiges Handeln nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs als journalistische Tätigkeit im Sinne des Art 10 EMRK anzusehen, weshalb es aufgrund des Schutzes der ... "
solche Vorstellungen dienen nicht gerade der Rechtssicherheit.
In einem Gesetz sollte genau das drinnenstehen, was gemeint ist, und nicht irgendwelchen Richtern lange herumdeuteleien ermöglicht.

Pfui EUG!!!

Karny 
03.05.2004 16:06

Sie haben Recht.

owen breon
03.05.2004 00:06
geniale idee

gratulation.

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