Der fast unbekannte Grüntalkogel

    30. April 2004, 10:48
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    Ein niedriger, aber steiler Berg ruft in Niederösterreichs Voralpen

    Viele Kenner der niederösterreichischen Voralpen fangen mit dem Namen Grüntalkogel wenig an. Es ist dies der höchste Punkt des lang gestreckten Walzbergs zwischen dem Pielachtal und der Mank, über den sogar ein Weitwanderweg führt. Zudem steht auf dem schmalen Gipfel eine kleine, sehr gemütliche Schutzhütte, von deren Terrasse man eine schöne Aussicht gegen das Alpenvorland hin hat.

    Der Grüntalkogel ist mit 886 Metern nicht sehr hoch, aber so steil, dass zu seinem Gipfel keine Forststraße führt. Die Schutzhütte wird mit einer Materialseilbahn versorgt, was für eine so niedrige Erhebung eine Seltenheit darstellt. Die Pflanzenwelt des Walzbergs ist noch intakt, auch die Vogelwelt weist eine beachtliche Vielfalt auf.

    Trotz des steilen Anstiegs ist die Wanderung auf den Grüntalkogel nicht besonders anstrengend, denn der Höhenunterschied beträgt lediglich rund 400 m. Man hat auf dieser gemütlichen Tour reichlich Zeit und Muße, die liebliche Voralpenlandschaft zu genießen. In der Hütte gibt's nur Getränke und kalte Imbisse, weil der Verein keine Gasthauskonzession hat. Das spielt bei der Kürze der Tour keine Rolle, und in St. Gotthard gibt es ein Gasthaus.

    Die Quelle unterhalb der Kirche des kleinen Ortes gilt als heilkräftig bei Augenleiden und Erkrankungen des Viehs, sie war in früheren Zeiten auch Ziel von Wallfahrten. Heute warnt eine Tafel "Kein Trinkwasser", was aber viele Leute - offensichtlich ohne Folgen - ignorieren.

    Die Route: Bei der Kirche von St. Gotthard - südlich von Mank und Texing - beginnt die rote Markierung Richtung Schwabeck. Sehr bald zweigt nach rechts der steile Schneckensteig ab (Wegweiser), den man für den weiteren Aufstieg wählt. Man erreicht beim Schwabeck einen Rücken, von dem es wieder relativ steil weiter zum Gipfel des Grüntalkogel mit der Hütte geht. Gehzeit 1¼ Stunden. Auf der Anstiegsroute kehrt man zum Schwabeck zurück und folgt dem rot markierten Weitwanderweg bis zum Schwabeckkreuz. Dort wechselt man nach links auf die Forststraße und wandert auf dieser in einer weiten Kehre über den Holzbauer nach St. Gotthard. (DER STANDARD, Printausgabe vom Fr./Sa./So. 30. April/1./2. Mai 2004)

    Von
    Bernd Orfer

    Gehzeit ab Gipfel 1¼ Stunden. Gesamtgehzeit 2½ Stunden, Höhenunterschied rund 400 m. Grüntalkogelhütte von 1. 5.-26. 10. an Wochenenden und Feiertagen bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 54 (Melk) und 55 (Ober Grafendorf); Freizeit- und Radkarte "Melker Alpenvorland"
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      foto: tiscover
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