Tschick-Trick mit dem Drittstaat

13. Juli 2006, 15:19
21 Postings

Die 25-Zigaretten-Grenze aus Nachbarstaaten verwirrt den Zoll - es gibt aber ein Schlupfloch

Wien - Wie viele Zigaretten darf man aus den angrenzenden neuen EU-Mitgliedern im Auto mit nach Österreich bringen? 25 Stück, lautet die gängige Meinung. Es gibt aber ein Schlupfloch, das selbst beim Zoll für Verwirrung sorgt und nun zu einer formellen Anfrage an das Finanzministerium führt.

Zolltechnisch übers Drittland

Für Österreicher, "die auf dem Landweg oder auf einem Binnengewässer unmittelbar aus den Nachbarländern Tschechien, der Slowakei, Ungarn oder Slowenien einreisen", gilt die 25-Stück-Grenze, heißt es in der entsprechenden Verordnung. Der springende Punkt ist dabei der Begriff "unmittelbar". Denn wer beispielsweise in Slowenien eine Stange Zigaretten kauft, um dann über das italienische Kanaltal zurück nach Österreich zu fahren, handelt eigentlich zolltechnisch einwandfrei.

Italienische Grenzmengen

"Wir haben in dieser Woche schon heftige Diskussionen darüber gehabt, wie man da jetzt verfahren soll", verrät ein Beamter der "zentralen Auskunftsstelle Zoll" in Villach. "Eine Stange aus Slowenien kann man über Italien auf jeden Fall einführen, möglicherweise aber sogar noch viel mehr, da wir die italienischen Grenzmengen nicht kennen", zeigt er sich unsicher.

Nun werden die Beamten eine formelle Anfrage an das Finanzministerium stellen, was Nikotinsüchtige nun tatsächlich aus den neuen EU-Ländern mitbringen dürfen. Denn in Villach ist man sich nicht einmal sicher, ob der Trick mit dem Drittland nicht auch mit zwei 25-Stück-Staaten wie Tschechien und der Slowakei funktioniert. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe 30.4.2004)

Share if you care.