Deja-Vu bei Spitzenkandidaten

29. April 2004, 12:15
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SPÖ, ÖVP und Grüne setzen auf Bewährtes und Bekanntes - KandidatIn der FPö wird erst nächste Woche präsentiert

Wien - Ein "Deja-vu-Erlebnis" haben die Wähler, wenn sie sich die Spitzenkandidaten der österreichischen Parteien für die Europa-Wahl am 13. Juni anschauen. Sowohl SPÖ als auch ÖVP und Grüne treten mit bekannten Gesichtern an, der SPÖ-Spitzenkandidaten der letzten Wahl 1999, Hans-Peter Martin, geht diesmal als unabhängiger Kandidat ins Rennen. Die FPÖ entscheidet erst am Montag über ihre Kandidatenliste.

Für die SPÖ führt Hannes Swoboda die Liste an, der bereits 1996 als Spitzenkandidat angetreten ist und damals mit 29,15 Prozent auf Platz zwei - 0,5 Prozentpunkte hinter der ÖVP - gelandet ist. Der SPÖ-Spitzenkandidat der letzten EU-Wahl 1999, Hans-Peter Martin, der damals mit 31,71 Prozent Platz eins erreichte, tritt dieses Mal als unabhängiger Kandidat an, nachdem er sich mit den Sozialdemokraten infolge seiner "Spesenrittertum"-Vorwürfe an zahlreiche EU-Mandatare überworfen hatte.

Bewährtes und Bekanntes

Die ÖVP hat sich wie schon die letzten beiden Male wieder für Ursula Stenzel als Spitzenkandidatin entschieden. Nach Platz 1 im Jahr 1996 war sie 1999 mit 30,67 Prozent von der SPÖ geschlagen worden. Auf Bewährtes und Bekanntes setzen auch die Grünen. Auch ihr Spitzenkandidat Johannes Voggenhuber hat bereits die letzten beiden Wahlen geschlagen. Beide Male hat er seine Partei auf Platz vier geführt, zuletzt mit 9,29 Prozent. Noch völlig offen ist, wer heuer für die FPÖ ins Rennen gehen wird. Die Freiheitlichen werden erst am Montag ihre Entscheidung treffen, 1996 hatten sie mit Franz Linser als Spitzenkandidat und 27,5 Prozent als Dritte nur rund eineinhalb Prozentpunkte Rückstand auf die SPÖ und vor fünf Jahren mit Daniela Raschhofer 24,3 Prozent erreicht.

Die SPÖ hält von den derzeit 21 österreichischen EU-Mandaten sieben Sitze (wobei Martin aus der Fraktion ausgeschlossen wurde), die ÖVP ebenfalls sieben, die FPÖ fünf (wobei sich zwei Abgeordnete inzwischen für unabhängig erklärten) und die Grünen zwei.

"Teurere" Mandate

Heuer werden die Mandate "teurer". Grund dafür ist, dass Österreich nach der Erweiterung der EU mit 1. Mai um zehn Länder künftig insgesamt nur noch 18 Mandate hat. Aufgrund des österreichischen Wahlrechts, das die Mandate nach dem d'Hondtschen System vergibt, sind nach Angaben des Wiener Statistikers Erich Neuwirth zwischen 4,7 und 5,6 Prozent der gültigen Stimmen nötig, um zumindest ein Mandat zu erreichen. Früher, bei 21 Mandaten, lag die Bandbreite zwischen 4,2 und 4,7 Prozent. (APA)

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