Radioaktiv verseuchtes Wasser gelangte in den Rhein

30. April 2004, 20:15
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30.000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser bei Arbeiten am Schnellabschaltsystem aus dem Atomkraftwerk Philippsburg

Karlsruhe - Aus dem Atomkraftwerk Philippsburg sind rund 30.000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser in den Rhein gelangt. Grund war eine nicht abgeschaltete Pumpe im Block 1, wie der Betreiber Energie Baden-Württemberg am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Der Zwischenfall war bei der Jahresrevision am vergangenen Sonntag aufgetreten und wurde dem Landesumweltministerium am Montag bekannt gegeben.

Minister Ulrich Müller (CDU) hatte die EnBW wegen der aus seiner Sicht verzögerten Meldung kritisiert. Das werde sehr ernst genommen, "zumal unser eigener Anspruch nach schnellstmöglicher und maximaler Transparenz verlangt", erklärte das Unternehmen.

Unbeabsichtigte Wasserabgabe

Die unbeabsichtigte Wasserabgabe erfolgte bei Arbeiten am Schnellabschaltsystem. Nach dem Runterfahren der Anlage wurde für diese Arbeiten der Stickstoffdruck verringert. Hierzu wurden laut EnBW die Abspeiseventile geöffnet und der Stickstoff ordnungsgemäß über das Gebäudedach abgeblasen. Auf diesem Weg gelangte anschließend auch das Wasser ins Freie.

Durch eine Ventilfehlstellung förderte diese Pumpe unbemerkt Wasser in die Schnellabschalttanks. In der Folge wurden die Tanks überfüllt und es traten maximal 30 Kubikmeter Wasser aus. Das Ereignis wurde von der EnBW Normalmeldung gewertet. "Beruhigend, wenn auch keineswegs befriedigend" sei, dass die gesamte mit dem Wasser abgeleitete Aktivitätsmenge mit maximal 1 Mega Becquerel weit weniger als einem Prozent des errechneten zulässigen Tageswertes entspreche, erklärte das Unternehmen. (APA)

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