Iran: Justizchef verbietet Folter bei Verhören

29. April 2004, 19:09
1 Posting

"Menschliche Werte und Bürgerrechte" sollen mehr respektiert werden

Teheran - Der iranische Justizchef Ayatollah Mahmud Hashemi Shahrudi hat am Mittwoch die Folter bei Verhören verboten. "Jede Art der Folter, um von Beschuldigten Geständnisse zu erlangen, ist verboten", hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung an Ermittlungsbeamte. Auf diese Art erlangte Geständnisse würden nicht mehr anerkannt. Die Erklärung wurde auf der Web-Site der Justizbehörde veröffentlicht. Es ist offenbar das erste öffentliche Eingeständnis, dass in Iran gefoltert wird.

Demnach soll künftig auch der Aufenthaltsort von Inhaftierten nicht mehr verschwiegen werden, und Häftlingen sollen nicht mehr die Augen verbunden werden. Shahrudi sprach sich in der Erklärung für "moderne Ermittlungstechniken" aus, ohne diese jedoch näher zu erläutern. In einem Bericht auf der Web-Site der Justizbehörde hieß es weiter, Shahrudis Ziel sei es, "menschliche Werte und Bürgerrechte" zu bewahren. (APA/AP)

Share if you care.