Die Schrecken der Jugend: Hunger und Arbeitslosigkeit

30. April 2004, 20:33
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Jeder zehnte junge Mensch leidet Hunger - Erster UNO Jahresbericht seit neun Jahren listet die größten Probleme der Weltjugend

Der Weltjugendbericht 2003 der UNO weist auf eine dramatisch schlechte Situation der 15- bis 24-Jährigen hin: 85 Prozent von ihnen fristen ihr Leben in armen Entwicklungsländern, mangelnde Bildungsmöglichkeiten erschweren den Ausweg aus dieser Situation.

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New York - Hunger, Arbeitslosigkeit und die fatalen Folgen bewaffneter Konflikte sind die größten Probleme der 1,1 Milliarden Jugendlichen in aller Welt. Das stellt die UNO in ihrem Weltjugendbericht 2003 fest, dem ersten seit neun Jahren. Die 400 Seiten starke Bestandsaufnahme der Lage aller 15- bis 24-Jährigen weltweit wurde am Dienstagabend offiziell in New York vorgestellt.

Weniger als ein Dollar am Tag

Demnach leben 85 Prozent aller Jugendlichen in Entwicklungsländern: mehr als 60 Prozent in Asien, rund 15 Prozent in Afrika und zehn Prozent in Lateinamerika und in der Karibik. Die restlichen 15 Prozent verteilen sich auf Europa, Nordamerika und die übrigen industrialisierten Regionen. Jeder vierte junge Mensch zwischen 15 und 24 Jahren muss mit weniger als umgerechnet 84 Euro-Cent am Tag existieren. Dabei ist aber zu beachten, dass in vielen Regionen Geld eine untergeordnete Rolle spielt. Dennoch: Jeder zehnte ist unter- oder fehlernährt.

Problem mit Aids

Immer größer wird das Problem mit Aids: Das Heer der HIV-Infizierten in dieser Altersgruppe wächst täglich um 7000 Menschen.

Gleichzeitig fordern bewaffnete Konflikte, bei denen zunehmend Minderjährige eingesetzt werden, ihren Tribut: Zwei Millionen tote und sechs Millionen schwerbehinderte Kinder und Jugendliche waren es im vergangenen Jahrzehnt.

133 Millionen können weder schreiben noch lesen

Obwohl die jungen Menschen in den industrialisierten Ländern der Welt heute besser geschult und ausgebildet sind als je zuvor, können 133 Millionen junge Leute auch heute weder lesen noch schreiben. Aber selbst wenn in den Entwicklungsländern Kinder Zugang zur Schulbildung bekommen, reicht diese über die Grundstufen selten hinaus: Von den Jugendlichen in Ländern Afrikas südlich der Sahara konnte es sich nur jeder Vierte leisten, nach den ersten Grundschuljahren weiterzulernen, in den südlichen Ländern Asiens nur jeder Zweite.

Dementsprechend dringlich fordert der Bericht die Regierungen dieser Länder auf, die Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu verbessern. (dpa, DER STANDARD Printausgabe 29.4.2004)

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    Von den Jugendlichen in Ländern Afrikas südlich der Sahara konnte es sich nur jeder Vierte leisten, nach den ersten Grundschuljahren weiterzulernen, in den südlichen Ländern Asiens nur jeder Zweite.

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