Erneute FP-Rufe nach Haider mit gleichzeitigem Dementi

29. April 2004, 12:04
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Gerüchte um Rückkehr als FPÖ-Chef - Bleckmann ortet Intrigenspiele im ORF - Haupt: "Eigentlich interessiert mich das überhaupt nicht"

Wien - Ex-FPÖ-Chef Jörg Haider, erst im März erneut zum Kärntner Landeshauptmann gekürt, soll von hohen FPÖ-Funktionären wieder einmal gebeten worden sein, die Funktion des Bundesparteiobmannes zu übernehmen. Das berichtete die "ZiB" Mittwoch Abend. Haider habe aber abgesagt - und für Donnerstag eine Stellungnahme zu diesem Thema in Aussicht gestellt. Am Abend war Haider selbst jedenfalls für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Haupt: "Eigentlich interessiert mich das aber überhaupt nicht"

Dafür erklärte der amtierende FPÖ-Chef Herbert Haupt auf Anfrage, er habe, so wie der Klubobmann (Herbert Scheibner, Anm.) und die Generalsekretärin (Magda Bleckmann, Anm.), selbst erst aus dem Fernsehen von der angeblichen Bitte an Haider erfahren. Haupt verwies darauf, dass der Kärntner Landeshauptmann am Freitag ohnehin bei einem Pressegespräch Stellung nehmen würde. "Eigentlich interessiert mich das aber überhaupt nicht", meinte er und fügte hinzu: "Nachdem ich den Niederösterreichern gesagt habe, dass sie die Schuld an der verlorenen Präsidentenwahl tragen, war das ja zu erwarten, dass der Schwarzfunk jetzt zurückschlägt."

Scheibner und Bleckmann sprechen von "Falschmeldung"

FPÖ-Klubchef Herbert Scheibner und FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann sprachen Mittwoch Abend angesichts des "ZiB"-Berichts, wonach Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider erneut gebeten worden sei, den Parteivorsitz zu übernehmen, von einer "Falschmeldung". Scheibner betonte in einer Aussendung, "dass es sich dabei lediglich um einen unglücklichen Versuch einer anderen wahlwerbenden Partei handle, von ihrer eigenen Personaldiskussion abzulenken".

Mediale Inszenierung von Obmanndebatten

Und Bleckmann hielt in der Aussendung fest: "Es ist schon erstaunlich, wenn an einem Tag, wo die ÖVP interne Probleme hat, zuerst bei der SPÖ und dann bei den Freiheitlichen eine künstliche Obmanndebatte medial inszeniert wird". Nur werde es sicher nicht gelingen, von außen eine Obmanndebatte in die FPÖ hineinzutragen. Es sei nur "bedenklich, dass sich der ORF für ein solches Intrigenspiel ungeprüft hergibt".

Spekulationen aus dem Sommer 2003

Bereits im Sommer 2003 war immer wieder über eine Rückkehr Haiders an die Parteispitze spekuliert worden - und Haider selbst hatte dabei wiederholt durchblicken lassen, in diesem Sinn auch bereits eine Absprache mit Haupt getroffen zu haben. Letztendlich konnte sich Haupt allerdings als FPÖ-Chef halten. Ihm wurde jedoch im Oktober 2003 Haiders Schwester Ursula Haubner als geschäftsführende Parteiobfrau zur Seite gestellt - und das Vizekanzleramt musste der Sozialminister an Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) abgeben. (APA)

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