Traiskirchen: Lager hält Tore geschlossen

30. April 2004, 22:33
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Zwanzig tschetschenische Asylwerber standen vor verschlossenen Türen

Traiskirchen - In Traiskirchen standen am Mittwoch wieder zwanzig tschetschenische Asylwerber vor verschlossenen Lagertoren. Die Menschen - zwölf Kinder, acht Erwachsene - seien schon am Dienstag da gewesen, seien vom Roten Kreuz mit Essen versorgt worden und hätten die Nacht im Pfarrsaal der evangelischen Kirche verbracht, schildern Mitarbeiter der Diakonie-Beratungsstelle.

Am Mittwoch dann habe die zur Hilfe gerufene Gendarmerie trotz intensiver Bemühungen "weder im Lager selbst noch im Innenministerium noch bei der Bezirkshauptmannschaft" Unterkünfte für die Asylwerber auftreiben können: "Die Flüchtlinge stehen vor dem Tor, bis sie von dort von sich aus verschwinden. Das passiert nicht zu ersten Mal."

Zudem sei am Donnerstag mit der Ankunft etwa 50 weiterer Tschetschenen zu rechnen, da an der Grenze bei Gmünd allein am Mittwoch 80 Flüchtlinge aufgegriffen worden seien. Für die kommenden Tage habe die Lagerleitung - so der Zustrom ungebremst anhalte - den Wunsch nach "mehr Gendarmerie vor dem Lager" ausgesprochen.

In Vorarlberg hat der Rechtsausschuss des Landtages am Mittwoch der Bund-Länder-Grundversorgungsvereinbarung indes zugestimmt. Damit einher geht die Zusage, Quartiere für 689 Asylwerber zur Verfügung zu stellen. 220 dieser Plätze sind noch nicht belegt, siebzig sind in einer Kaserne. (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 29.4.2004)

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