Böhmdorfers neue Hotline für Kriminalitätsopfer: 0800/112 112

29. April 2004, 20:45
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Es sollte keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen bestehen - Frauenhelpline fürchtet dennoch finanziell ausgehungert zu werden

Wien - Erste Hilfe für Verbrechensopfer will Justizminister Dieter Böhmdorfer (FP) mit einem neuen Telefonservice schaffen: 0800/112 112. Die Telefonnummer steht allen Kriminalitätsopfern in Österreich rund um die Uhr zur Verfügung. Anrufer werden kostenlos von derzeit 14 Anwälten, die zuvor eine psychosoziale Schulung absolviert haben, betreut.

Konkurrenz

Böhmdorfer zufolge hat es ein derartiges Angebot bisher nicht gegeben, die anderen Vereine würden sich jeweils an bestimmte Opferkreise wenden - wie Gewalt gegen Frauen oder Kinder. Böhmdorfer und Elisabeth Rech, Strafrechtsexpertin der Wiener Rechtsanwaltskammer, betonten, dass die neue Hotline nicht als Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen gedacht sei. Bisher wurde (und wird weiterhin) die von Böhmdorfer angesprochene Opferhilfe von rund 160 Organisationen und Vereinen angeboten.

Geld stamme aus Mitteln der Verbrechensopferhilfe

Die Frauenhelpline hingegen ([TEL] 0800/222 55), die derzeit mit 210.000 Euro unterstützt wird, fürchtet, finanziell ausgehungert zu werden. Zum Vergleich: Für das erste Betriebsjahr der neuen Hotline stehen 500.000 Euro aus dem Justizministerium bereit. Ein Rechtsanwalt erhält pro Stunde 30 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Böhmdorfer betonte, das Geld stamme aus Mitteln der Verbrechensopferhilfe. Die Mittel seien frei zur Verfügung gestanden, es habe "keine Einschränkung" gegeben. (APA, bri, DER STANDARD Printausgabe 29.4.2004)

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