Land der Sparefrohs

28. April 2004, 18:59
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Das angesparte Geldvermögen wuchs in Österreich 2003 auf 304 Milliarden Euro an - Sparbücher und Bargeld am beliebtesten

Wien - Der finanzielle Vermögensaufbau (Geldvermögensbildung) der privaten Haushalte hat sich im vierten Quartal 2003 mit 3,6 Mrd. Euro auf hohem Niveau fortgesetzt.

Im Gesamtjahr 2003 erreichten die Finanzveranlagungen nach ersten Berechnungen der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) einen Transaktionswert von 14 Mrd. Euro und waren damit um rund 12 Prozent höher als die Veranlagungen im Jahr 2002.

Der Marktwert der finanziellen Vermögenswerte der privaten Haushalte lag per Ende 2003 mit 303,9 (Vorjahr 287,6) Mrd. Euro um fast 6 Prozent höher.

Relativ verhaltener Einkommens- und Konsumzuwächse

Die Höhe des in Finanzanlagen investierten Vermögens der privaten Haushalte im vergangenen Jahr ist nach Angaben der OeNB vor dem Hintergrund weiterhin relativ verhaltener Einkommens- und Konsumzuwächse zu sehen.

Sowohl das verfügbare Einkommen als auch die Ausgaben für den privaten Konsum dürften 2003 in der Größenordnung von rund 3 Prozent nominell gewachsen sein.

Trotz steigender Aktienkurse und rückläufiger Zinsen auf Spareinlagen hielten die privaten Anleger im Vorjahr an ihrer Strategie der Anlage in liquide Finanzmittel fest.

50 Prozent in Sparbüchern und Bargeld

Die Erhöhung der Einlagen und des gehaltenen Bargelds hatte in jedem Quartal des Jahres 2003 einen Anteil von mehr als 50 Prozent der Geldvermögensbildung. Die Zuwächse bei Bargeld und Einlagen machten im Gesamtjahr 8,0 Mrd. Euro aus.

Davon entfielen allerdings rund 2,4 Mrd. Euro auf Zinsgutschriften für Spareinlagen. Der Bestand an Spareinlagen wuchs um rund 3,5 Prozent und erreichte zum Jahresultimo einen Wert von 131,4 Mrd. Euro.

Erst gegen Jahresende kauften die heimischen privaten Haushalte wieder verstärkt Anleihen, Aktien und Investmentzertifikate. Im vierten Quartal erwarben sie für 1,4 Mrd. Euro Wertpapiere und Anteilsrechte, im Gesamtjahr 2003 betrugen die Zuwächse 2,7 (Vorjahr 2,3) Mrd. Euro.

Wohnbauanleihen inländischer Banken bevorzugt

Bei der Veranlagung in Anleihen bevorzugten die Österreicher vor allem Wohnbauanleihen inländischer Banken, die steuerlich begünstigt sind. Die Investmentzertifikate im Besitz von privaten Haushalten verzeichneten ebenfalls wieder Zuwächse.

2003 kauften Privatpersonen um rund 830 Mio. Euro Investmentzertifikate. Während ausländische Papiere verkauft wurden, erhöhten private Anleger ihren Bestand an inländischen Zertifikaten um rund 1,1 Mrd. Euro.

Bevorzugt wurden Rentenfonds und Geldmarkt- bzw. geldmarktähnliche Fonds. Damit hatten die Österreicher zum Jahresultimo mit 28,5 Mrd Euro rund 37 Prozent der von inländischen Kapitalanlagegesellschaften angebotenen Publikumsfonds in ihrem Besitz.

Impulse durch Zukunftsvorsorge

Wie schon in den vergangenen Jahren festzustellen erhöhten sich 2003 die Ansprüche der privaten Haushalte gegenüber Versicherungen und Pensionskassen. Neben der verstärkten privaten Pensionsvorsorge war die neu angebotene staatlich geförderte Zukunftsvorsorge ein zusätzlicher Impuls.

2003 stiegen die gesamten Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen um 3,1 Mrd. Euro und damit in der Größenordnung des Jahres 2002. In der wichtigsten Kategorie - den Lebensversicherungen - wurden Zuwächse um 2,2 Mrd. Euro verzeichnet. (APA)

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    Mit einem Zuwachs von 14 Milliarden Euro hatten Herr und Frau Österreicher 2003 um satte zwölf Prozent mehr auf der hohen Kante als im Jahr zuvor.

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