Neandertaler hatten schnelleres Wachstum

7. Mai 2004, 21:14
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Forscher: "Fünfjährige Menschen hätten wahrscheinlich mit dreijährigen Neandertalern gespielt"

New York - Die vor 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertaler sind einer Studie zufolge schneller gewachsen als moderne Menschen. Sie seien bereits mit 15 Jahren ausgewachsen gewesen, erklärte der leitende Wissenschafter Fernando Ramirez Rozzi vom Pariser Forschungsinstitut CNRS. "Fünfjährige Menschen hätten wahrscheinlich mit dreijährigen Neandertalern gespielt", so der Wissenschafter. Die Ergebnisse der Studie wurden in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" veröffentlicht.

Das Forscherteam untersuchte eineinhalb Jahre lang Schneide- und Eckzähne von Neandertalern und damals lebenden modernen Menschen. Dabei fanden sie heraus, dass sich die Neandertaler-Zähne durchschnittlich 15 Prozent schneller entwickelten. Deshalb müsse auch der Körper schneller gewachsen sein, sagte Rozzi. Den Wissenschaftern zufolge könnten sich Neandertaler an ihre unwirtliche Umwelt angepasst haben - sie hätten auch früher geschlechtsreif werden müssen.

Zweifel

Andere Forscher äußerten sich skeptisch. Das Zahnwachstum schwanke innerhalb einer Population sehr, und einige von Rozzis Neandertaler-Zähnen seien so langsam wie die Zähne von modernen Menschen gewachsen, sagte der amerikanische Anthropologe Erik Trinkaus.

Die Neandertaler wanderten etwa 100.000 Jahre in einem Gebiet umher, das vom heutigen Spanien bis nach Asien reicht. Für mehrere Jahrtausende lebten sie parallel zum modernen Menschen. Bisher ist nicht geklärt, in welchem Ausmaß sich Neandertaler und moderne Menschen kreuzten.(APA/AP)

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