Serge Falck im Prozess gegen "Elite Model Look Austria"

30. April 2004, 20:16
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Schauspieler beschimpfte Veranstalter bei Model-Nachwuchsbewerb weil "minderjährige Models ohne Quartier dagestanden" seien

Salzburg - Der Rechtsstreit zwischen dem Schauspieler Serge Falck und dem Geschäftsführer der "Elite Model Look Austria", Peter Huber, wurde am Bezirksgericht Zell am See offiziell mit einer Entschuldigung beigelegt.

Kein Quartier für minderjährige Models

Der Fernsehschauspieler war nach einem Model-Nachwuchsbewerb am 6. Dezember 2003 in der Eishalle von Zell am See Wut geraten, weil "minderjährige Models ohne Quartier dagestanden" seien. Bei dem heftigen Wortgefecht soll Falck den Veranstaltungsleiter bespuckt haben. Peter Huber zog heute die Privatklage wegen "Ehrenbeleidigung" vorläufig zurück.

Entschuldigung

In Zell am See herrschte gegen 11.00 Uhr ein regelrechter Medienrummel, als Serge Falck mit seinem Rechtsanwalt Severin Irsigler beim Bezirksgericht eintraf. Im Verhandlungszimmer entschuldigte sich der Schauspieler für sein Verhalten und meinte nach Angaben seines Anwalts, er hätte das Spucken als Ausdruck seiner Missachtung nur angedeutet.

Entaschuldigung zurückgenommen

Nachdem Huber die Klage daraufhin zurückgezogen hatte, verärgerte der Schauspieler den "Elite-Geschäftsführer" aufs Neue: "Vor den Journalisten begann Falck nach der Verhandlung los zu schimpfen: Er sei stolz darauf, Huber bespuckt zu haben", erklärte Hubers Anwalt Lothar Schulmeister im Gespräch. Dieses Verhalten sei kindisch und zeuge von Charakterlosigkeit, empörte sich der Wiener Jurist. Sein Kollege Irsigler relativierte die Aussage allerdings: "Wenn er Huber tatsächlich bespuckt haben soll, dann hätte er es auch verdient." Das habe Falck nachher sinngemäß gesagt.

verfahren wird nochmals überprüft

Er werde jetzt prüfen, ob das Verfahren noch einmal aufgenommen werden könne und auch eine straf- und medienrechtliche Vorgangsweise in Betracht ziehen, sagte Schulmeister. Falck habe sich offenbar nur aus taktischen Gründen und auf Anraten des Richters entschuldigt. "Sonst wäre er ja verurteilt worden." Der Schauspieler müsse auch die Verfahrenskosten von 530 Euro begleichen.

Unprofessionelle Veranstaltung

Die Gegenpartei warf dem Elite-Geschäftsführer ein "durch ein anonymes Mail bewusst inszeniertes Medienspektakel" vor. "Er wollte sich in den Vordergrund rücken", meinte Irsigler. Huber habe in der Verhandlung auch nicht bestritten, dass die Vermieter der Pension, in der für die 14- bis 16-jährigen Teilnehmerinnen des Model-Wettbewerbs offenbar Zimmer reserviert worden waren, in der Nacht nicht mehr erreichbar gewesen wären. "Falck hatte sich damals mit seinem sozialen Engagement für die minderjährigen Models eingesetzt." Einige Mädchen seien dann mit ihren Eltern um 2.00 Uhr in der Nacht von Zell am See nach Wien gefahren. Falck bezeichnete das Verhalten von Huber als "untragbar". Die Veranstaltung "war unprofessionell aufgezogen". (APA)

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