Buthelezi aus Regierung ausgeschieden

21. Juli 2004, 19:02
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Zulu-Führer schon lange wegen früherer Zusammenarbeit mit dem Apartheidregime umstritten - Neues Kabinett mit höherem Frauenanteil

Pretoria - Zwei Wochen nach dem überwältigenden Wahlsieg des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) in Südafrika hat Staatspräsident Thabo Mbeki am Mittwoch seine neue Regierung vorgestellt. Der umstrittene Zulu-Führer und Chef der "Inkatha-Freiheitspartei" (IFP) Mangosuthu Gatsha Buthelezi, bisheriger Innenminister, gehört dem Kabinett nicht mehr an. Sein Ressort übernahm die Ehefrau des im Amt bestätigten Sicherheitsministers Charles Nqakula, Nisiviwe Mapisa-Nqakula. Die neue Regierung hat einen höheren Frauenanteil als bisher, sie blieb aber bis auf die Ressorts Justiz, Bildung, Sport, Kultur und Tourismus unverändert.

Parlamentarische Zweidrittelmehrheit

Der Chef der in die Bedeutungslosigkeit abgerutschten "Neuen National-Partei" (NNP), Marthinus van Schalkwyk, wurde Umwelt- und Tourismusminister. Die NNP ist die Nachfolgerin der für die Apartheid verantwortlichen Nationalpartei. Sie war unter Van Schalkwyk in der Kap-Provinz eine Allianz mit dem ANC eingegangen und kam bei den Wahlen auf einen Stimmenanteil von 1,65 Prozent. Der ANC hat mit 69,68 Prozent der Stimmen die für Verfassungsänderungen notwendige parlamentarische Zweidrittelmehrheit. Im Amt bestätigt wurde auch Gesundheitsministerin Manto Thsabalala-Msimang, der eine zu zögernde Haltung bei der Aids-Bekämpfung vorgeworfen worden war.

Zusammenarbeit mit dem Apartheidregime

Buthelezi war wegen seiner früheren Zusammenarbeit mit dem Apartheidregime, dem er als "Chief Minister" des "Homelands" KwaZulu gedient hatte, heftig umstritten. Als er 1988 am Forum Alpbach in Österreich teilnahm, war der damalige Finanzminister Ferdinand Lacina aus Protest der Veranstaltung des "Österreichischen College" ferngeblieben und hatte den Festvortrag abgesagt. Der damalige Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des Nationalrates, Ex-Außenminister Peter Jankowitsch, kritisierte, dass Österreich seine Tore für "Kollaborateure und Agenten" öffne, "die im Auftrag des Apartheidregimes dessen schmutzige Geschäfte erledigen". (APA/dpa/AFP)

Nachlese

"Ein positives, weltweites Signal": Der Vorsitzende des Dokumentations- Zentrums Südliches Afrika im derStandard.at- Interview

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mangosuthu Buthelezi (hier im Bild links neben Präsident Mbeki) ist im neuen Kabinett nicht mehr vertreten

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